Schule : Der neue Golf mit dem Plus

Volkswagen hat mit dem Golf Plus eine Variante mit neuen Proportionen auf die Räder gestellt

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Von Ingo von Dahlern Von sofort an kann man ihn bestellen, den neuesten Golf – den mit dem Plus. In Bologna hat er derzeit seinen ersten Auftritt vor großem Publikum und bereits Ende Januar wird er bei den deutschen VWHändlern in den Schauräumen stehen. Golf Plus steht für ein Auto, das knapp zehn Zentimeter höher ist als der bekannte Golf und knapp sechs Zentimeter niedriger als der kompakte Minivan Touran, der ja auch auf der Golf-Plattform steht.

Doch der Golf Plus ist, auch wenn man ihn auf den ersten Blick als Golf identifiziert, und auch auf seinem Heck wie gewohnt „Golf“ steht, mehr als nur ein ganz normaler Golf mit einem erhöhten Dach. Denn er ist, das zeigt bereits der erste Blick auf das neueste Modell aus der Golf-Familie, ein in jeder Beziehung neues Auto.

Denn für die zehn Zentimeter höhere Karosserie wurden Türen, Hauben, Stoßfänger, Kotflügel und Dach völlig neu gestaltet. Und als die Front und die Heckpartie neu gestaltet wurden bezog man dann auch gleich die Scheinwerfer und die Rückleuchten mit ein. Bei denen setzt Volkswagen nun erstmals – bei denen Volkswagen erstmals auf modernste LED-Technik. Unverändert geblieben wie beim normalen Golf, sind deshalb nur die Außenspiegel und die Türgriffe.

Und nicht nur außen präsentiert sich der Golf Plus in einer neuen Optik. Auch das Interieur wurde neu gestaltet. Denn die größere Höhe des Golf Plus schafft ganz neue Proportionen. Das beginnt mit neu gestalteten Sitzen, die durchweg ein wenig steiler stehen und setzt sich fort mit einer ebenfalls steiler stehenden Lenksäule und anders geneigten Pedalen.

Daraus ergaben sich auch neue Proportionen für das Armaturenbrett, bei dem die Designer die Gelegenheit nutzten, solchen Details wie den Luftausströmern neue Gestalt zu geben. So wurden die beim Golf eckigen Formen durch runde abgelöst und das Interieur des Golf Plus zeigt eine betont eigene Note .

Sehr viel änderte sich bei den Sitzen. Zum einen erhielten sie eine neue und nunmehr etwas höhere Position und zum anderen auch eine völlig neue und sehr bequeme Form. Die asymmetrisch geteilten Sitze im Fond können nun, unabhängig voneinander, um bis zu 160 Millimeter in der Längsrichtung verschoben werden. Zudem lässt sich die Neigung der Rücksitzlehnen in vielen kleinen Stufen verändern wie bei den Vordersitzen. Das bedeutet für die Praxis, dass man hinten nicht nur eine optimale Sitzposition finden kann, sondern zugleich auch, dass sich der Kofferraum in vielen Stufen verändern lässt. Und zwar zwischen 395 und 505 Liter, wenn die hinteren Sitze benutzt werden. Werden sie das nicht, dann lassen sie sich komplett nach vorn klappen, so dass im Heck des neuen Seat Toledo ein Stauvolumen von maximal 1450 Liter verfügbar ist.

Aber man hat noch mehr getan. Denn der gesamte mit einer Hand spielend leicht bedienbare Klappmechanismus der Sitze wurde verändert. Werden die Lehnen umgeklappt, dann senken sich automatisch auch die Sitzflächen. Das Ergebnis ist eine nahezu durchgehende ebene Ladefläche. Und wenn deren Länge für besonders lange Gegenstände nicht ausreicht, kann man die Rücklehne des Beifahrersitzes nach vorn klappen, so dass dann mehr als zwei Meter verfügbar sind.

Weitere Variabilität schafft ein klappbarer Kofferraumboden, der sich in zwei Positionen fixieren lässt. In der oberen entsteht so ein zusätzliches flaches Staufach für kleinere und flachere Gegenstände. Schließlich lässt sich mit dem mittleren der drei hinteren Sitze „spielen". Denn dessen Lehne lässt sich wie eine Skidurchreiche herunterklappen, so dass man dort entweder einen kleinen Tisch, in Verbindung mit einem zusätzliche Polster eine Mittelarmlehne oder mit einer Box eine Multifunktionsbox einrichten kann. Und da man für die Mittelkonsole erstmals in einem Golf auch einen 230-Volt-Anschluss ordern kann, lassen sich dann sogar die Batterien von Laptops und anderen Geräten wieder aufladen. So bietet der Golf Plus rundum eine Menge an zusätzlicher Variabilität.

Angeboten wird der Golf Plus in den vom Golf bekannten Ausstattungslinien Trendline, Comfortline und Sportline. Bei den Motoren stehen zum Start zwei Benziner und zwei Diesel zur Wahl. Basistriebwerk ist der 1,4-Liter mit 55 kW (75 PS), der stärkere Benziner ist der Direkteinspritzer 1.6 FSI mit 85 kW (115 PS). Die beiden TDI-Motoren leisten 77 und 103 kW (105 und 140 PS).

Mit einem 1,6-l-Benziner mit 75 kW (102 PS) und dem 2.0 FSI mit 110 kW (150 PS) sowie einem TDI mit 66 kW (90 PS) wird das Motorenprogramm im Laufe des nächsten Jahres erweitert. Übrigens erfüllen alle Aggregate die Abgasnorm EU4. Neben Fünf- und Sechsgang-Schaltgetrieben gibt es für die Diesel das Doppelkupplungsgetriebe DSG und für die Benziner eine Automatik mit Tiptronic.

Klassischer Golf oder Golf Plus – das wird künftig für viele eine schwierige Entscheidung werden. Denn die Preise für den Golf Plus beginnen bei 16 740 Euro. Das bedeutet gegenüber gleich ausgestatteten Viertürern des normalen Golf einen Mehrpreis von nur 720 Euro, von denen man noch 130 Euro für die im Golf Plus zu Serienausstattung gehörenden hinteren Fensterheber abziehen muss. Für die verbleibenden 590 Euro Mehrpreis erhält man so einen ausgesprochen attraktiven Mehrwert und gleich dazu auch noch ein sehr gelungenes modernes Design. Man darf gespannt sein, wie dieses Angebot von VW von den Golf-Interessenten aufgenommen wird. Denn der neue Golf Plus hat das Zeug zu einem Bestseller.

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