Schule : Der Sportler und der Robuste

Die legendäre Z-Serie von Nissan ist zurückgekehrt / Erheblich stärkerer Turbodiesel beim X-Trail

Ingo von Dahlern

Er kann sich durchaus mit Modellen wie Audi TT, BMW Z4, Honda S2000, Mercedes SLK und Porsche Boxster messen - und zwar beim Design ebenso wie bei der Motorisierung und den Fahrleistungen, der neue Nissan350Z, der an diesem Wochenende an den Start geht. Deutlich unter allen Konkurrenten liegt er jedoch im Preis. Denn für 33 500 Euro gibt es das gut ausgestattete Basismodell mit Klimaautomatik, Xenon-Licht, Leichtmetallfelgen und ESP und für 35 900 Euro bekommt man das Spitzenmodell Premium Pack mit Leder, Bose-Soundsystem und Temporegler. Das macht den 350Z zum einzigen Sportwagen mit mehr als 191 kW (250 PS) weit unter 40 000 Euro.

Eine faszinierende Linie

Wer mit dem Nissan 350Z unterwegs ist, fällt auf. Denn der hat eine Linie, die fasziniert. Mancher denkt beim ersten Blick auf dieses Auto an Porsche, vor allem, wenn man er es schräg von hinten betrachtet. Die Seitenperspektive zeigt allerdings eine sehr typische eigene, fast dreieckige Dachlinie. Und deutlich länger als bei Porsche fällt der Radstand aus. Denn der 350Z, der mit 3,41 Meter einen Zentimeter kürzer ist als ein Boxster, bringt es beim Radstand auf 2,65 Meter – der Boxster nur auf 2,42 Meter. Das bedeutet extrem kurze Überhänge, die den 350Z betont dynamisch auftreten lassen.

Dieses Auto sieht nicht nur flink aus, sondern ist das in so überzeugender Weise, dass man gar nicht mehr von ihm lassen möchte, wenn man den 350Z erst einmal ein paar Stunden bewegen durfte. Der Platz in diesem Auto ist überraschend großzügig, trotz der kompakten Abmessungen. Da die drei großen Rundinstrumente mit dem großen Drehzahlmesser fest mit der Lenksäule verbunden sind, bleiben sie auch dann gut im Blickfeld, wenn man die Lenkradneigung verändert. Hinter der großen Heckklappe verbirgt sich ein mit 235 Liter für ein Sportcoupé sehr akzeptabler Laderaum. Dafür fehlt das Handschuhfach.

Unter der langen Motorhaube aus Aluminium agiert ein kräftiges Triebwerk agiert - ein 3,5-Liter-V6 aus Aluminium, der 206 kW (280 PS) leistet und bei 4800/min sein höchstes Drehmoment von 363 Nm liefert. Ein Motor aus einer seit einem Jahrzehnt bewährten und erfolgreichen Motorenfamilie, der unter anderem auch im Renault Vel Satis eingesetzt wird. In einer speziell auf den 350Z abgestimmten Variante fordert er zum vorsichtigen Umgang mit dem Gaspedal heraus. Denn seine Kraft reicht aus, den mit 1522 Kilo nicht gerade leichten Zweisitzer binnen 5,9 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Und auf freier Autobahn kann man ihn zügig auf Tempo 250 bringen, ehe ihn die Elektronik sanft abgeregelt. Er reagiert spontan, der längs eingebaute V6, der beim 350Z die Hinterräder antreibt. Und er hat Kraftreserven in jedem Drehzahlbereich.

Flott bei niedrigen Drehzahlen

Das Sechsgang-Schaltgetriebe mit dem kurzen Schalthebel lässt sich mit den Fingerspitzen bedienen. Und da der sechste Gang lang ausgelegt ist, lassen sich auch flotte Autobahntouren bei niedrigen Drehzahlen, niedrigen Geräuschen und niedrigem Verbrauch bewältigen - der liegt bei durchschnittlich 11,1 l/100 km. Begeistern kann das Fahrwerk des 350Z - sowohl auf der Autobahn als auch auf kurvigen Landstraßen. Mit seinen aufwändigen Mehrlenkerkonstruktionen vorn und hinten, dem tief liegenden Schwerpunkt, der recht direkten zielgenauen Lenkung und der breiten Spur lassen sich Kurven sicher und mit minimaler Seitenneigung bewältigen - das ist Fahrvergnügen pur.

Fahrvergnügen einer ganz anderen Art bietet der seit seinem Verkaufsstart vor gut zwei Jahren nun in vielen Details überarbeitet SUV Nissan X-Trail. Optisch halten sich die Veränderungen allerdings in Grenzen. Denn um die feinen Unterschiede im Design beim Grill. den Stoßfängern und den Rückleuchten zu erkennen, muss man schon sehr genau hinsehen. Nicht zu übersehen ist allerdings ein neues Ausstattungselement - die auf Wunsch verfügbaren leuchtstarken Zusatzscheinwerfer, die am vorderen Abschluss der beiden länglichen Dachstreben sitzen. Deutlicher sind die Änderungen im Innenraum. Denn hier gibt es eine völlig neue Mittelkonsole, aktive Kopfstützen und verbesserte Sitzpolster.

Am wichtigsten sind allerdings die Veränderungen bei der Technik. denn mit dem vom großen Nissan Pathfinder übernommenen All-Mode-Allradantrieb, der automatisch von Front- auf Allradantrieb umschaltet, ist der X-Trail nun auch schwierigem Gelände sehr viel besser gewachsen.

Und schließlich gibt es im X-Trail ein neues Spitzentriebwerk. Das ist der 2,2-Liter-Turbodiesel mit Common Rail, der von 84 kW (114 PS) auf nunmehr 100 kW (136 PS) erstarkt ist und den X-Trail binnen 11,5 Sekunden Tempo 100 und maximal 180 km/h erreichen lässt. Er ist kombiniert mit einem besonders leicht zu schaltenden Sechsganggetriebe. Neben dem stärkeren Diesel gibt es weiterhin die beiden Benziner mit 2,0 und 2,5 Liter Hubraum.

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