Schule : Design und Farbe werden immer wichtiger

Trends vom Düsseldorfer Caravan-Salon / Endlich wieder die Einsteiger im Visier

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So positiv, wie die letzte Saison für die Caravaning-Branche endete, so positiv lässt sich die mit dem September eröffnete neue an. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wurden in Europa mit 37 828 Einheiten um 2,2 Prozent mehr Reisemobile und mit 66 768 um 0,6 Prozent mehr Caravans zugelassen als im Vergleichszeitraum 2001.

Mit 14 742 neu in den Verkehr gebrachten Caravans und 12 514 Neuzulassungen von Motorcaravans ist Deutschland größter Markt auf dem Kontinent geblieben. Kein Wunder, dass sich mit dem alljährlichen Düsseldorfer Salon die Leitmesse der Branche in Deutschland etabliert hat. Noch bis zum Sonntag treffen sich auf mehr als 180 000 Quadratmetern Fläche rund 500 Aussteller mit erwarteten 150 000 Besuchern.

Nach Jahren der eher dezenten „Produktpflege" zeichnet sich beim diesjährigen Salon ein Trend zu augenfälligen Veränderungen ab. Angesichts der vorhandenen ausgereiften Technik wird das Design immer mehr zum Verkaufsargument. Rückgriffe auf die Formen der „goldenen" Sechziger stehen neben futuristischen Gebilden. Rundungen ersetzen Ecken, Aluminium gibt silbrigen Glanz. Außerdem: Wenn auch die Mehrzahl der Fahrzeuge noch in zweckmäßig-schlichtem Weiß strahlt - es gibt sie jetzt auch in Farbe. Silbergrau bzw. -metallic oder zartes Blau scheinen bevorzugt, aber automobilhaft-kräftige Farben sind gleichfalls anzutreffen.

Hobby, mit derzeit 20,4 Prozent Marktanteil unangefochtener Marktführer bei Caravans in Europa, hat das Außendesign seiner Wohnwagen komplett umgestaltet. Ein aerodynamischer Bug mit Logo (und blauen Streifen) und neue Heckleuchten geben neuen Chic.

Ein Wandel auch bei der Innenausstattung. Holz und Aluminium setzen den im vergangenen Jahr begonnenen Vormarsch fort. Bevorzugt: Immer hellere Hölzer. Europas größter Hersteller von Freizeitfahrzeugen, Hymer, (dazu gehören die Marken Laika, Bürstner, Eriba, Niesmann+Bischoff) lässt ab von der bislang bei den Innenausstattungen so bevorzugten rötlichen Kirsche und setzt jetzt immer mehr auf helle „Ligurische Erle".

Initiator für den bemerkenswerten Formenwandel war gewiss der Generationswechsel bei den Basisfahrzeugen. So fällt auf, dass mit der Veränderung des mit Abstand beliebtesten Trägers Fiat Ducato auch die Aufbauten nicht nur angepasst, sondern ebenso wie das Basisfahrzeug auch gleich neu gestylt wurden.

Was Fiat erfolgreich hinter sich gebracht hat, steht bei Volkswagen Nutzfahrzeuge noch aus. Noch läuft der T4 glänzend, doch ist die nun bald fällige Ablösung im Ansatz bereits in Düsseldorf zu sehen. Dort steht, noch „Studie" genannt, ein „Multimax" getauftes völlig neues Fahrgestell mit breiter Spur und langem Radstand. Es wird in allen Dimensionen größere Aufbauten zulassen und die Fahrstabilität erheblich verbessern. Auch wenn kein Volkswagen-Mitarbeiter zu dieser Aussage bereit ist: Das dürfte die Basis des zukünftigen T5 sein. Vor dem Jahre 2004 ist mit Wohnmobilen auf dieser - übrigens dann durch Schraubverbindungen sehr variablen - Grundlage allerdings nicht zu rechnen.

Mit dem Salon 2002 zeigt sich ein Knick im Trend zu immer teureren Freizeitfahrzeugen. Die Hersteller haben erkannt, dass auch Leute mit kleinerem Budget gute Kunden sein können. In der beliebtesten Aufbauklasse, bei den Alkovenmobilen, leitete Dethleffs diese Entwicklung bereits im vorigen Jahr mit der Advantage-Baureihe ein. LMC und TEC - sie sind Geschwister - bieten die gleichfalls verwandten Linien Start und Freetec mit bezahlbar-einfacher Ausstattung an. Fast jeder hat nun wieder Einsteigermodelle.

Steigender Beliebtheit erfreuen sich die als „Teilintegrierte" bezeichneten flacher gehaltenen Gefährte, bei denen - der sagt es - das Fahrerhaus zum Teil in den Wohnraum einbezogen wird. Neue, von der bisherigen Einheitlichkeit abweichende, Grundrisse geben hier mehr Auswahl denn je.

Hymer, zwei Jahre lang in dieser Klasse abstinent, tritt nun mit dem aufsehenerregenden Hymertramp wieder an. Die Steigerung dazu bieten die „Integrierten". In dieser Oberklasse, bislang jährlich luxuriöser und teurer, griff offensichtlich die Theorie, dass Wettbewerb das Geschäft belebt. Man findet tatsächlich wieder Angebote unter 50 000 Euro. Hier macht sich z.B. Hymer mit seinem nicht unterbotenen B-Classic verdient. Nur wenig teurer: Die Esprit-Baureihe von Dethleffs.

Universeller einsetzbar, leichter zu handhaben, sozusagen stadttauglich, sind die Fahrzeuge, die man in Erinnerung an ihre Ahnen noch heute Campingbusse nennt und die eigentlich aus- und höhergebaute Kastenwagen sind. Westfalia war hier von Anfang an Trendsetter und liefert auch heute noch mit den California-Modellen von VW oder dem „Königsmodell" James Cook von Mercedes Beispielhaftes. Die Neuerungen hier sind eher unauffällig. Sie beschränken sich auf Detailverbesserungen und die technischen Fortschritte der Basisfahrzeuge: Vollautomatische Gangschaltung und ESP im Mercedes Sprinter, 125 PS beim Dieselaggregat des Ford Transit. Peter Rauchfuß

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