Deutsch-französisches Geschichtsbuch : Gemeinsames Geschichtsbuch macht Schule

„Vergiftete Geschichtsbilder führen ein langes Eigenleben“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit beim Festakt zur Veröffentlichung des zweiten Bandes des deutsch-französischen Geschichtsbuchs im Deutschen Historischen Museum. Eine Konstante der deutschen Politik sei die Rede von der Erbfeindschaft gegenüber Frankreich gewesen. Wowereit sprach als Bevollmächtigter für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit. Dass bei der Arbeit an dem Geschichtsbuch nicht nur Vorurteile überwunden wurden, sondern auch Unterschiede von Unterrichtsmethoden und Lehrplänen, würdigten Wowereit und der französische Bildungsminister Xavier Darcos.

Der Erfolg des ersten Geschichtsbuchs von 2006 – es ist der Zeit von 1945 bis zur Gegenwart gewidmet – hat die Verantwortlichen in beiden Ländern beflügelt. Über 40 000 Exemplare wurden in beiden Ländern verkauft und dienen in den Oberstufen als Unterrichtsmaterial. Inzwischen nutzen Schüler die jeweilige fremdsprachliche Fassung im Französisch- oder Deutschunterricht.

Jetzt soll auch ein deutsch-polnisches Geschichtsbuch entstehen, Frankreich denkt an Kooperationen mit Spanien und Italien. Am Ende könnte ein gemeinsames Buch über die europäische Geschichte zusammengestellt werden. Der nächste Schritt ist jedoch der dritte deutsch-französische Band, der die Zeit von den Nationengründungen bis zum Ende der napoleonischen Kriege umfassen soll.

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