Schule : Die größte IT-Schule der Stadt

Am OSZ Informations- und Medizintechnik lernen 3000 Jugendliche

Silke Zorn
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Freundliche Computer, motivierte Schüler. Am OSZ Informations- und Medizintechnik lernen angehende IT-Spezialisten, aber auch...

Leipzig–Berlin, Berlin–Leipzig: Die Strecke kennt Benjamin Zropf mittlerweile in- und auswendig. Normalerweise arbeitet er beim Bundesverwaltungsgericht und macht dort eine Ausbildung zum Fachinformatiker. Alle zwei Wochen geht es nach Berlin, zum Unterricht an das Oberstufenzentrum Informations- und Medizintechnik (OSZ IMT) in Neukölln. Dort lernt er, wie man komplexe EDV-Systeme plant und in Unternehmen einrichtet, und verbessert damit seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Mit rund 1000 Rechnern, 30 Techniklaboren und 160 Lehrern ist das OSZ IMT Berlins größte IT-Schule. Rund 3000 Schüler verteilen sich auf die vielen Ausbildungsgänge – so viele, dass man dankbar auf die eng beschriebene Tabelle zurückgreift, die Schulleiter Hartmut Brösemann bereithält. „Einerseits sind wir Berufsschule, zum Beispiel für Fachinformatiker, IT-Systemelektroniker und Technische Zeichner“, sagt er. Aber auch angehende Augenoptiker, Goldschmiede, Uhrmacher und Orthopädiemechaniker absolvieren hier ihren Unterricht. „Andererseits bieten wir die Möglichkeit einer doppelten Qualifikation: schulische Berufsausbildung plus Schulabschluss.“ So kann man in zwei Jahren technischer Zeichner werden und gleichzeitig den mittleren Schulabschluss machen. Die dreijährige Berufsfachschule hat unter anderem Ausbildungen zum IT-Assistenten oder zum Assistenten für medizinische Gerätetechnik im Programm – plus Fachhochschulreife.

Jonathan Nowca, angehender IT-Assistent im zweiten Lehrjahr, sitzt in einem der Computerräume vor seinem Rechner und erinnert sich an die vergebliche Suche nach einem Ausbildungsplatz – und die Erleichterung, als es am OSZ IMT klappte. Zwar könnten Azubis im Betrieb mehr Praxiserfahrung sammeln, meint der 24-Jährige. „An der Schule werden wir dafür in mehr Bereichen ausgebildet und können vieles ausprobieren.“ Dass er später nicht nur einen Berufsabschluss, sondern auch das Fachabitur in der Tasche hat, findet Jonathan Nowca gut.

„Viele Realschüler finden keinen Ausbildungsplatz im IT-Bereich, weil es zu viele Bewerber mit Abitur gibt“, sagt Hartmut Brösemann. Die schulische Ausbildung könne ein gutes Sprungbrett sein. Dass seine Gymnasiasten sogar Weltklasse sind, bewiesen vor kurzem Efkan Asik, Michelle Bialdyga und Sonja Piotrowski: Sie wurden Juniorweltmeister bei der Robocup-WM, bei der selbst programmierte Roboter gegeneinander antreten. Den Schulleiter freut besonders, dass zwei Frauen im Siegerteam waren. „Weiblichen Nachwuchs zu finden, ist schwer“, bedauert er. Dabei glaubt er nicht, dass es den Frauen an Interesse für IT-Themen fehle; Schuld sei das mangelnde Selbstbewusstsein. Silke Zorn

OSZ Informations- und Medizintechnik, Haarlemer Straße 23, Neukölln, Tel.: 030-225027-800, www.oszimt.de

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