Schule : Die Löwen sind noch längst nicht satt

Schneller als bisher schickt Peugeot beim neuen 407 nun auch den Kombi ins Rennen

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Von Ingo von Dahlern Normalerweise vergeht bei Peugeot mindestens ein halbes Jahr bis zu einem Jahr, ehe die zu einer neuen Limousinenbaureihe dazugehörige Kombiversion eingeführt wird. Doch beim neuen Mittelklassemodell Peugeot 407 geht alles erstmals viel schneller. Denn nur knappe vier Monate nach dem Marktstart der Limousine des 407, für die bisher bereits mehr als 70 000 Bestellungen vorliegen, geht bereits in einer Woche der Kombi 407 SW an den Start. Der ist ein Auto mit sehr dynamischem Auftritt, dessen Vorderwagen weitgehend der Limousine entspricht, der aber im Heckbereich ein sehr eigenes Gesicht zeigt. Hier ist er auch messbar länger als die Limousine, denn mit 4,76 Meter misst er knapp neun Zentimeter mehr. Bei identischem Vorderwagen und identischem Radstand von 2,72 Meter bedeutet das einen entsprechend längeren hinteren Überhang.

Peugeot hat den 407 SW nicht auf einen möglichst großen Laderaum hin optimiert, sondern setzt vor allem auf eine dynamischsportliche Linie und den Trend zu so genannten Lifestyle-Kombi. Dennoch bietet der Wagen mit 448 Liter einen ordentlichen Laderaum, der sich durch Vorklappen der Rückbank auf bis zu 1365 Liter bei dachhoher Beladung erweitern lässt. So können auch sperrigeGgegenstände recht gut untergebracht werden, wo zu auch die niedrige Ladekante von knapp 62 Zentimeter und die durchgehende Laderaumbreite von 1,07 Meter beitragen. denn dank der flach bauenden Hinterachse stören keine Stoßdämpferdome im Laderaum. Und wenn man die Lehne des modularen Beifahrersitzes vorn in waagerechte Position klappt, bereitet es auch keine Probleme, Gegenstände bis zu einer Länge von 2,70 Meter in diesem neuen Kombi unterzubringen.

Sehr hilfreich beim Be- und Entladen ist, dass die Heckklappe sehr weit ins Dach hineinreicht, so dass eine besonders große Ladeöffnung zur Verfügung steht. Und dort, wo man nicht genügend Raum zum Öffnen der gesamten Heckklappe hat, kann man die Heckscheibe auch separat öffnen. Nicht ganz überzeugt hat uns die faltbare Kofferraumabdeckung. Denn wenn man deren Prinzip nicht richtig durchschaut oder erklärt bekommt, passiert es fast zwangsläufig, dass sie sich immer wieder verkantet.

In drei Ausstattungsversionen kommt der 407 SW auf den Markt – als Basismodell SW, als SW Prémium und als SW Platinum. Bereits der SW hat eine recht umfangreiche Serienausstattung, zu der eine automatische Klimaanlage ebenso gehört wie Sonnenrollos an den hinteren Scheiben, vier elektrische Fensterheber, Mittelarmlehnen mit Staufach sowie ein Bordcomputer und beleuchtete Seitenschweller. Und zur Sicherheitsausstattung gehören bereits beim SW das ABS, ein Notbremsassistent und die Fahrdynamikregelung ESP sowie die Einschaltautomatik für den Warnblinker bei einer Gefahrenbremsung. Außerdem gibt es neun Airbags, nämlich zwei Frontairbags, Seitenairbags vorn und hinten, Vorhang-Airbags und einen Lenksäulen-Airbag

Über eine Zweizonen Klimaregelung verfügt der SW Prémium, der neben der Audioanlage RD4 mit CD-Spieler Lederbezüge für Lenkrad und Schaltknauf sowie Regen- und Lichtsensor und eine Reifendruckkontrolle sowie 17-Zoll-Leichtmetallräder verfügt. Mit Ledersitzen, die vorn elektrisch verstellbar und beheizbar sind , Xenonlicht und Tempomat verwöhnt das Spitzenmodell Platinum.

Vier Benziner und zwei moderne Turbodiesel mit Partikelfilter stehen als Motorisierung zur Wahl. Basismotor bei den Benzinern ist der 1,8-Liter mit 85 kW (116 PS). Nächste Leistungsstufe ist der 2,0-Liter mit 100 kW (136 PS). Auf 116 kW (158 PS) bringt es der 2,2-Liter mit variabler Einlassnockenwelle (VTC) und über eine stufenlos variable Nockenwellenverstellung verfügt das Spitzentriebwerk bei den Benzinern, ein 3,0-l-V6 mit 155 kW (211 PS), der ausschließlich in Verbindung mit einer Sechsgang-Automatik angeboten wird.

Zu ersten Probekilometern bereit standen die beiden Turbodiesel. Dabei überraschte bereits der 1,6-Liter mit einer Leistung von 80 kW durch kräftigen Anzug und ein niedriges Geräuschniveau. Zum kraftvollen Beschleunigen kann man bei ihm ebenso wie beim größeren 2,0-Liter mit 100 kW (136 PS) den so genannten Overboost aktivieren, mit dem das Drehmoment kurzfristig bei beiden Motoren um 20 Nm gesteigert werden kann. Als recht flott erwies sich der ebenfalls sehr kultivierte und leise 2,0-l-HDI mit 100 kW (136 PS), der den 407 SW bis zu 203 km/h bei einem Verbrauch von durchschnittlich 6,0 l/100 km erreichen lässt. Und da das Fahrwerk des Kombis dem der Limousine entspricht, überzeugt auch der 407 SW durch hohe Agilität und Dynamik bei gleichzeitig sehr hohem Komfort. Beim 407 Platinum V6 bietet Peugeot sogar eine elektronisch über neun Kennlinien an jedem Rad regelbare Dämpfung an.

Zum Abschluss noch ein Blick auf ein bereits vom kleineren Kombi 307 SW bekanntes und nun auch beim 407 SW angebotenes Ausstattungsdetail – sein großes gläsernes Panoramadach. Mit einer elektrisch bedienbaren Jalousie versehen, bietet es reichlich Licht im Innenraum, denn es erstreckt sich über eine Fläche von immerhin 1,6 Quadratmeter. Seine Lichtdurchlässigkeit beträgt mehr als 20 Prozent und die Sonnenenergie wird zu zwölf Prozent gefiltert. Das bewahrt die Passagiere vor zu starker Sonneneinstrahlung. Allerdings ist das Dach bei dieser Konstruktion nicht zu öffnen, aber nach Beobachtungen von Peugeot ziehen immer mehr Käufer heute durchsichtige Glasdächer Schiebedächern vor, die vor allem bei zügiger Fahrt in der Regel recht laut sind.

Noch ein Blick auf die Preise. Die beginnen bei 21 900 Euro für den SW 115 mit Benzinmotor und reichen bis zu 33 200 Euro für den SW Platinum V6 210 Automatik. Damit kosten die Kombis exakt 1900 Euro mehr als die entsprechenden Limousinen. Peugeot setzt darauf, dass im Unterschied zu Frankreich, wo die Limousinen den höheren Anteil an den Verkäufen haben, in Deutschland die Kombis schon bald zwei Drittel aller Verkäufe ausmachen werden .

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