Schule : „Die Stadt in meinen Augen“ – junge Roma fotografieren Berlin

Kreuz und quer durch Berlin ist der Schriftsteller Joscha Remus mit einem Dutzend Roma-Kindern und fünf Fotoapparaten gelaufen. Vieles ist dabei herausgekommen: Nicht nur die Fotos auf dieser Seite und eine Ausstellung im Rathaus Neukölln, sondern auch ein Kennenlernen der Stadt und ein erstes Eintauchen in die neue Sprache.

„Anfangs konnten sie kein Deutsch, und den Umgang mit den Kameras mussten sie auch erst lernen“, berichtet Remus über die neu zugezogenen Schüler der Hermann-von-Helmholtz-Schule. Nach drei Wochen dann ging es los. Manchmal entschied der Zufall über die Motive. Zum Beispiel als die Gruppe ein paar kostümierten Werbeträgern begegnete, die für die Berliner Eisbären Reklame liefen. Das kuschelige Fell hatte es Sefora angetan, und Rebeca Elena fotografierte sie (o. li.).

Als Remus den Schülern vorschlug, das Brandenburger Tor zu fotografieren, bekam er von Leonard zur Antwort: „Mich interessieren nur die Pferde obendrauf und der Himmel darüber“. Entsprechend fiel sein Foto aus (o.re.). Darunter posiert der Fotograf selbst vor der East-Side-Galerie. Auf den Auslöser drückte wieder Rebeca Elena. „Die Bilder zeigen exemplarisch die etwas eigene und eigenwillige Sicht auf die Stadt und ihre Menschen“, findet Remus.

An diesem Dienstag wird er mit den Jugendlichen im Rathaus Neukölln sein. Morgens hängen sie die Bilder auf, die sie selbst gerahmt haben, um 13 Uhr dann wird die Ausstellung von Bildungsstadträtin Franziska Giffey (SPD) eröffnet. Gefördert wird das Projekt aus dem Programm Lokales Soziales Kapital durch den Europäischen Sozialfonds. sve

Zu sehen ist die Ausstellung bis 14. Dezember im 2. Stock des Rathauses Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr. Weitere Infos über Remus und sein Werk unter www.joscharemus.de.

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