Schule : Die WM war nicht für alle ein gutes Geschäft Bilanz der Autobranche ist eher durchwachsen

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Die Fußballweltmeisterschaft hat den wirtschaftlichen Aufschwung in ganz Deutschland forciert. Doch gilt das auch für die Automobilbranche? Immerhin hat Hyundai die WM 2006 als Sponsor unterstützt. Was also hat das Sponsorenengagement dem koreanischen Autohersteller gebracht und wie fällt das Resümee von Volkswagen und Fiat aus, die fußballbegeisterten Kunden zur WM ausstattungsgeladene Sondermodelle mit deutlichen Preisvorteilen angeboten hatten?

Für Hyundai belegt eine Studie der Marketingforscher der Universität Hohenheim, dass sich der Bekanntheitsgrad im Verlauf des Turniers von 25 auf 50 Prozent verdoppelt habe. Doch kennen heißt nicht kaufen. Die Elfmonatsbilanz bis November 2006 des Kraftfahrt-Bundesamtes fällt für Hyundai mager aus. Trotz des millionenschweren Sponsorings konnte man mit 48 090 Neuzulassungen in Deutschland nur drei Prozent mehr Fahrzeuge auf die Straße bringen als im Vorjahreszeitraum. Pressechef Thomas Rauh von Hyundai Motor Deutschland sieht die Zahlen dennoch positiv: Mit rund 6000 in Deutschland verkauften WM-Sondermodellen wurden „die gesteckten Ziele zu 100 Prozent erfüllt“.

Einen Volltreffer hat dagegen Volkswagen gelandet. Polo, Golf, Golf Plus und Touran wurden zur Fußball-WM als ausstattungsstarke „Goal“-Sondermodelle auf den Markt gebracht. „Anvisiert hatten wir 136 000 Fahrzeuge, wegen der großen Kundennachfrage tatsächlich gefertigt haben wir aber fast 160 000“, erklärt Michael Kern. Das Vorstandsmitglied für Marketing und Vertrieb bei Volkswagen Pkw sieht den Grund dafür „im nachhaltig funktionierenden ‚Goal’-Prinzip“. Die Sondermodelle überzeugten nicht nur durch Ausstattung und Preisvorteil (bis zu 1240 Euro), sondern auch durch ein All-inclusive-Finanzdienstleistungspaket: die Fahrzeugfinanzierung zum Zinssatz von 0,9 Prozent, Haftpflicht und Vollkasko mit Beitragskonstanz auch im Schadenfall, zweijährige Garantieverlängerung sowie vierjährige kostenlose Wartung und Inspektion. Dazu kommt ein Versicherungsschutz gegen unverschuldete finanzielle Engpässe. „Das Ganze war für den Polo schon ab 99 Euro im Monat zu haben“, ergänzt Kern. Nahezu 90 Prozent aller „Goal“-Kunden haben ihr Fahrzeug mit dem All-inclusive-Paket finanziert und versichert. Die Kombination Sondermodelle und All-inclusive-Paket war so erfolgreich, dass die Wolfsburger Autohersteller sie mit den neuen „Tour“-Sondermodellen auch über die WM hinaus fortsetzen.

Für Fiat fällt dagegen – zumindest was den Fahrzeugabsatz angeht – die WM-Bilanz verhalten aus. Im Magazin „Auto-Bild“ sprachen die Italiener im April 2006 noch von 40 000 WM-Sondermodellen, die man auf den Markt bringen wollte. Auf Nachfrage räumte Fiat nun wenig weltmeisterlich ein, „300 Panda Mondiale“ mit einem Preisvorteil von immerhin 1200 Euro für die Kunden in Deutschland verkauft zu haben. Tsp

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