Schule : Ein Alleskönner mit allem Komfort

Toyota schickt die neue Generation des Land Cruiser ins Rennen

Ingo von Dahlern

Er ist ein Auto für jedes Gelände, der Land Cruiser von Toyota – eine Legende des Automobilbaus und eines jener Autos, die man in jedem, ja auch dem letzten Winkel der Welt trifft. Denn er gehört zu den ausgemachten Profis unter den Geländewagen, die auch mit schwierigsten Bedingungen fertig werden, ist ein ungemein robuster und kraftvoller Alleskönner. Das ideale Auto vor allem für jene Gegenden, in denen Straßen oft nur Pisten durch Wüste oder Steppe sind und oft überhaupt nicht vorhanden. Er braucht sie auch nicht. Ihm reicht es, wenn er irgendwie festen Boden unter seinen vier Rädern hat – dann kommt man mit ihm mit immer wieder überraschender Beweglichkeit auch voran. Denn wo ein Land Cruiser ist, da ist immer auch ein Weg.

Doch in den mehr als fünf Jahrzehnten seiner Geschichte hat er sich längst auch ein zweites Gesicht zugelegt. Das frühere „Arbeitstier“ hat zwar nichts von seinen Qualitäten und Fähigkeiten im härtesten Gelände verloren. Doch all das verbirgt sich heute hinter einer Optik, die den Land Cruiser als luxuriösen Oberklasse-Off-Roader auftreten lässt. Ein Auto also, das sowohl mit seiner Optik als auch mit seiner komfortablen Ausstattung eine ausgesprochen gute Figur auf ausgebauten Straßen macht. Und hier macht er seit vielen Jahren eine immer größere Karriere, wie so viele Luxus-Offroader, die auf den Straßen Europas unterwegs sind.

Autos, denen nur selten all die Fähigkeiten abgefordert werden, die in ihnen stecken – etwa als Fahrzeuge von Rettungsdiensten, in großen Tagebauen oder in der Land- und Forstwirtschaft. Doch das eine oder andere wird auch von jenen Nutzern geschätzt, die sie normalerweise auf festen Straßen bewegen. Etwa ihre Fähigkeit, auch unter widrigsten Straßenverhältnissen durchzukommen, ihr enormes Zugvermögen, ihre große Fahrsicherheit auch unter extremen Bedingungen, ihre hohe Zuladung, ihr vergleichsweise großer und variabler Laderaum und ihre Robustheit und Zuverlässigkeit.

Doch wenn man auf gut ausgebauten Straßen unterwegs ist, dann verlangt man mehr. Dann möchte man sich mit solchen Autos nach Möglichkeit auch so bewegen, wie man das von einem komfortablen Personenwagen erwartet, möchte flott über die Autobahn gleiten, sich sicher auf kurvigen Landstraßen bewegen und nach Möglichkeit weder tiefe Schlaglöcher noch Querrinnen auf der Fahrbahn so wahrnehmen, dass sie im Kreuz schmerzen. Das war die Konzession, die man bei früheren Generationen auch des Land Cruiser machen musste. Doch die Zeiten, als man solche Autos in Kurven zwingen und sie darin kräftig festhalten musste, so dass sie keine ungewollten eigenen Wege gingen, in denen jede Fahrbahnfuge das Rückgrat erschütterte, sind längst Geschichte. Und so präsentiert sich die jüngste Generation dieses Alleskönners, die an diesem Wochenende in die Ausstellungsräume der deutschen Toyota-Händler gerollt ist, als ein wahres Luxusauto, das bei Ausstattung und Komfort kaum einen Wunsch offen lässt.

Es ist schon faszinierend, wenn man den großvolumigen Vierzylinder-Diesel mit drei Liter Hubvolumen anlässt und erst einmal gar nicht so recht erkennt, welche Art von Motor unter der kraftvollen Haube des neuesten Land Cruiser seine Arbeit aufnimmt. Und es ist noch viel beeindruckender, mit welcher Kraft er beim Tritt aufs Gaspedal zur Tat schreitet, den immerhin gut zwei Tonnen schweren Allradler in nur 12,7 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und mit überraschender Leichtigkeit auf bis zu 165 km/h und mit Automatik sogar bis auf 170 km/h beschleunigt.

Toyota hat sich bei diesem Triebwerk für modernste Dieseltechnik mit Common Rail entschieden. Und der 120 kW (163 PS) leistende Selbstzünder, der zwischen 1600 und 3200/min sein höchstes Drehmoment von 343 Nm liefert, zeigt sich sowohl ungemein lebendig als auch betont kultiviert. Und dazu auch alles andere als übertrieben durstig, denn der Durchschnittsverbrauch bewegt sich mit 9,1 l/100 km für ein Fahrzeug dieser Klasse in einem sehr vernünftigen Bereich. Und selbst die 10,4 l/100 km mit Automatik sind durchaus vertretbar.

Neben dem Turbodiesel wird Toyota im Laufe des Jahres für sein Spitzenmodell Executive auch einen 4,0-Liter-V6-Benziner mit 183 kW (249 PS) einführen, mit dem der wuchtige Alleskönner nur noch 9,3 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 braucht und bis zu 175 km/h schnell ist – doch trotz ihrer hohen Leistung dürfte diese Maschine bei uns allenfalls eine Nebenrolle spielen.

So robust der neue Land Cruiser ist, der wie schon seine Vorgänger konsequent auf einen stabilen und nun noch verwindungssteiferen Leiterrahmen und eine darauf aufgesetzte Karosserie setzt, dieses Auto lässt sich tatsächlich überraschend leicht bewegen, ist ungeachtet seiner Größe verblüffend handlich und lässt sich auch sicher im Griff behalten, wenn man flott auf kurvigen Landstraßen unterwegs ist.

Und es bietet all jenen Ausstattungskomfort, wie man ihn von Limousinen der gehobenen Klasse gewohnt ist. Ein komfortables Alltagsauto für Familie und Freizeit, das sich auch von zarten Frauenhänden sicher beherrschen lässt. Und ein Auto, das mit allen elektronischen Assistenzsystemen ausgestattet ist, die man heute in der gehobenen Klasse erwarten darf – vom ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung über einen Bremsassistenten bis zur aktiven Antriebsschlupfregelung und der Fahrdynamikregelung VSC. Und zu den besonderen Komfortdetails des Fahrwerks gehören das aktive Federungssystem TEMS, das die Dämpferkraft in jeder Fahrsituation für jedes Rad individuell einstellt und das mit einer Luftfederung für die Hinterachse kombiniert ist.

Ein Auto aber auch, dessen Interieur bei Werkstoffqualität, Verarbeitung und Design höchsten Ansprüchen gerecht wird und auf Wunsch mit edler Lederausstattung geordert werden kann. Ein Auto mit einem variablen Sitzsystem, das sich mit wenigen Handgriffen von der Großraumlimousine in einen geräumigen Transporter verwandeln lässt. Schon die Basisversion Land Cruiser C zeigt sich gut ausgestattet. Optisch sehr viel attraktiver gibt sich die Land Cruiser genannte zweite Ausstattungsstufe.Kaum noch einen Wunsch offen lässt die fünftürige Spitzenausstattung Executive - die beiden anderen gibt es drei- und fünftürig.

Trotz dieses großen Luxus muss man mit dem LandCruiser nicht die geringsten Sorgen haben, wenn die Straße plötzlich endet. Er kommt weiter mit seinem raffiniert gesteuerten Allradantrieb mit Torsen-Mittendifferenzial, mit Untersetzungsgetriebe und den neu eingeführten Fahrhilfen wie der Bergabfahrkontrolle DAC (Downhill Assist Control) und der elektronischen Berganfahrkontrolle HAC (Hill Start Assist Control). Und schnell findet man Geschmack daran, steile Anfahrten zu bezwingen, elektronisch gesteuert ohne jeden Tritt auf die Bremse sicher zu Tal zu gleiten, auch bei extremen Verschränkungen des Fahrwerks immer noch Traktion und Bodenhaftung zu haben, zu spüren, wie dieses Auto auf den ersten Blick fast unüberwindbare Hindernisse meistert – kurzum, von seinen klassischen Qualitäten hat dieses Fahrzeug trotz seiner eleganten Optik und der für Fahrten über Geröll und Schlamm eigentlich viel zu edlen Ausstattung nicht einen Deut eingebüßt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben