Schule : Ein flotter Ka, der viel Fahrfreude macht

Mit dem Streeka hat Ford endlich wieder einen Roadster im Programm / Im Herbst kommt auch der Sportka

Ingo von Dahlern

B lauer Himmel, milde Luft und eine hell strahlende Sonne – das Dach war schon offen und einladend stand die neueste Variante des kompakten kleinen Ka zu ersten Probekilometern bereit – der Streetka. Ein zweisitziger Roadster und in der jüngeren Geschichte von Ford Köln der erste, denn der in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts einmal gebaute Ford Eifel ist schon lange Geschichte. Er ist unverkennbar ein Ka, der offene Zweisitzer, der aber rundum nach etwas mehr aussieht – kräftiger und markanter in derFront, attraktiver am Heck und breiter als die normale Limousine. Und legt man das Zentimetermaß an, dann erkennt man, dass er in Breite und Spur tatsächlich zugelegt hat. Ein Auto, das auf den ersten Blick gefällt – das irgend etwas hat, den Betrachter spontan anspricht.

Schon im Jahr 2000 debutierte in Turin ein mit Ghia entwickeltes Konzeptfahrzeug mit der Linie des Streetka – ein Auto, das geradezu begeistert gefeiert wurde, so dass man eigentlich nicht anders reagieren konnte, als eine Serienfertigung zu prüfen. Allerdings reichten die Kapazitäten dafür bei Ghia nicht aus. Aber gleich nebenan, bei Pininfarina, fand man den passenden Partner. Und mit dem zusammen ging man konsequent an die Arbeit. Und nach 24 Monaten war es geschafft und man konnte im Herbst 2002 in Paris die serienreife Version des Streetka präsentieren, mit dem Ford nun endlich auch im Segment der offenen Roadster mitmischen kann. Viel Arbeit musste allerdings getan werden, denn die Karosserie eines offenen Roadsters ist wegen des fehlenden Dachs nun einmal nicht so stabil wie die einer Limousine. Deshalb brauchte man eine Menge Verstärkungen unter dem Karosserieblech, um dem Streetka die nötige Stabilität und Verwindungssteifigkeit zu geben, die Voraussetzung für ein sicheres Fahrverhalten sind. Und der Einsatz von Ford und Pininfarina hat gelohnt. Denn bei den ersten Probekilometern zeigte derStreetka sich tatsächlich extrem verwindungssteif. Das spürte man, wenn man mit ihm auf kurvigen Bergstraßen unterwegs war. Denn er folgte sehr genau jedem Lenkeinschlag, fuhr präzise in die gewünschte Richtung und tat das auch sehr willig, musste nicht gezwungen werden. Dazu trägt natürlich auch der recht tief liegende Schwerpunkt des Autos bei, mit dem es richtig Spaß macht, auch einmal etwas flotter unterwegs zu sein.

Das Dach des Streetka war neben der stabilen Karosserie der zweite Knackpunkt bei der Entwicklung. Denn es sollte nicht nur einfach zu bedienen sein, sondern auch harmonisch wirken. Und auch das bekam man sehr gut in den Griff. Denn der Streetka macht sowohl mit offenem als auch mit geschlossenem Dach eine ausgesprochen gute Figur. Und auch die Bedienung des Dachs ist unkompliziert. Denn zum Öffnen und Schließen reichen ein paar wenige Handgriffe, bei denen man auch nicht viel Kraft anwenden muss.

Untergebracht wird das Dach komplett in einem Verdeckkasten. Und trotzden bleibt bei geöffnetem Dach in den 214 Liter großen Kofferraum des Streetka so viel Platz, dass man mit diesem Auto auch zu zweit durchaus auf längerTour gehen kann – und zwar mit offenem Wagen, in den es auch bei flotter Fahrt nicht zu zugig wird, so lange man nicht mit Höchsttempo unterwegs ist. Und auch dann, wenn man mit geschlossenem Dach mehr Tempo vorlegt, halten sich die Windgeräusche in einem vertretbaren Rahmen.

Bis zu 173 km/h kann man mit dem Streetka, der mit einem leicht zu schalten Fünfganggetriebe ausgestattet ist, erreichen. Das ist für den kleinen Roadster ein sehr gutes Tempo und auch mit seinen 12,1 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 ist dieses Auto ausreichend flott. Möglich werden diese Fahrleistungen durch den 1,6-Liter-Duratec-Motor mit einer Leistung von 70 kW (95 PS). Dieser Vierzylinder mit Zweiventiltechik beweist, dass auch mit zwei Ventilen durchaus ordentliche Leistungswerte erreichbar sind – und vor allem auch überzeugende Abgaswerte, denn der Motor erreicht problemlos die Grenzwerte der Abgasnorm EU4. Insgesamt erweist sich dieses Auto, das ganz bewusst nicht als Hochleistungssportler ausgelegt wurde und das bei aller Fahrfreude, die es bereitet, weder in der Anschaffung noch im Betrieb allzu teuer werden sollte, als ein alltagstauglicher und trotz seiner Großserientechnik äußerst attraktiver Sportler.

Doch Ford beschränkte sich bei der Entwicklung neuer Varianten des Ka nicht nur auf den Roadster. Denn parallel zu dem entstand ein besonders attraktiver Sportler, der den Namen Sportka trägt. Ein Modell, das technisch eng verwandt mit dem Sreetka ist und den gleichen 1,6-Liter-Motor unter der Haube hat. Allerdings musste man seine Karosserie nicht so versteifen wie die des offenen Wagens. Und so konnte man das Fahrwerk des Sportka insgesamt ein wenig straffer auslegen, was sich sehr deutlich zeigte, wenn man mit ihm auf kurvigen Bergstraßen unterwegs war. Und da er leichter ist als der Roadster, schafft der Sportka den Spurt auf Tempo 100 bereits in 9,7 Sekunden. Bei der Höchstgeschwindigkeit ist er mit 174 km/h nur unmerklich schneller – allerdings ein wenig sparsamer mit 7,6 l/100 km.

Wer diese besonders dynamische Variante des Ka erwerben möchte, muss sich allerdings noch ein wenig in Geduld fassen. Denn dieses Auto, das im Ford-Werk in Valencia vom Band rollt, kommt erst im Herbst auf den Markt. Der Streetka als offenes Auto kommt rechtzeitig zur diesjährigen Open-Air-Saison, denn er rollt bereits am 8. Mai zu den Händlern. Und wer in diesem Jahr noch offen fahren möchte, kann dieses Auto bereits ordern. Der Preisliegt für die Basisversion bei 19 990 Euro und für den edler ausgestatten Streetka Elegance mit Klimaanlage und Lederausstattung bei 19 500 Euro. Für dieses Geld bekommt man ein rundum attraktiv ausgestattes Auto, dem allerdings eines fehlt – die Fahrdynamikregelung ESP. Und da man davon ausgehen muss, dass den Streetka auch mancher jüngere Fahrer erwirbt, der sich oder das Fahrzeug überschätzt, sollte es ESP geben.

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