Schule : Ein hübscher Kraftprotz

Der neue Ford Mondeo fällt mit stilistischen Neuerungen und starken Motoren auf

Hartmut Moheit

Das Gelände des Autofahrers ist heutzutage eher die Stadt. In Parkhäusern rangieren, in Lücken rückwärts einfädeln und durch schmale Gassen schlüpfen – das sind die alltäglichen Herausforderungen. Und den Einkauf letztlich leicht und sicher verstauen. Mit dem Ford Mondeo, der in der aktuellen Version bereits seit fünf Jahren vom Band läuft, ist das alles kein Problem. Nun aber, beim neuen Modell, das vor allem mit stilistischen Verfeinerungen auffällt, könnte es zumindest ein Problem geben: Kratzer, oder gar gröbere Lackschäden an den Seiten. Die Seitenschutzleisten passten den Designern einfach nicht mehr ins Konzept. Wer dennoch darauf nicht verzichten möchte, findet diese Elemente nunmehr für 50 Euro in der Aufpreisliste.

Das markante Design sollte diesmal eben besonders hervorgehoben werden, nachdem vor zwei Jahren der Innenraum des Wagens gründlich renoviert wurde. Mit dem neuen Gitter in der Kühleröffnung, einer breiten Cromleiste über dem Kühlergrill, Stoßfängern in Wagenfarbe, einer Cromstange über dem Nummernschild am Heck und weißen Seitenblinkern zieht der Mondeo auch tatsächlich sehr schnell die neugierigen Blicke auf sich. Und das ist schon sehr viel in einer Zeit, in der sich Autofans an einem neuen Modell längst nicht mehr drängeln. Die wahren Qualitäten des Mondeo, den es als Viertürer, Fünftürer und Turnier in sieben Ausstattungsvarianten gibt, werden aber erst bei einer Probefahrt deutlich.

Bereits die Basisversion „Ambiente“ (ab 20 800 Euro) mit einem 1,8 Liter Duratec-Benzinmotor, der 110 PS leistet, macht einfach Spaß. Ein wenig besser ausgestattet ist die Version „Trend“, bevor sich die Ausstattungs-Palette in einen eher klassisch luxuriösen Zweig („Ghia“ und „Ghia X“) sowie parallel dazu und zu gleichen Preisen in einen mehr sportlich- technischen Zweig mit den Versionen „Titanium“ und „Titanium X“ spalten. Rein optisch fallen die Titanium-Modelle besonders auf. Höherer Preis – besondere Akzente, so scheint die Philosophie zu sein. Zu erkennen sind sie an dem tief heruntergezogenen Stoßfänger mit schwarz hinterlegten Nebelscheinwerfern, Kühlergrilleinsätzen aus Chrom sowie einer Auspuffblende ebenfalls in Chromoptik. Das Interieur hingegen ähnelt den Ghia-Versionen, wenn auch mit moderneren Akzenten, wie am Chrom-Dekor für die Mittelkonsole oder dem Chrom-Leder-Schaltknauf zu sehen.

Zur üppigen Serienausrüstung gehören ein Sportfahrwerk, 17-Zoll-Alufelgen, Metallic-Lackierung, schwarz-graue Leder-Alcantara-Sitze, elektrische Fensterheber vorn und hinten, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Kassettenradio, sechs Airbags, ABS, ESP und Anti-Schlupfregelung. Für Komfort an Bord sorgen elektrisch einstellbare Außenspiegel mit integrierter Umfeldbeleuchtung, Regensensor, ein elektrisch einstellbarer Beifahrersitz, Sitzheizung vorne, beheizbare Frontscheibe und Klimaautomatik. Was fehlt eigentlich noch?

In welcher Ausstattungsvariante auch immer, die sechs Benzinvarianten (vom 1,8 Liter bis zum 3,0 Liter V6 mit 6-Gang-Schaltgetriebe) und die vier Diesel-Duratorq-Motoren (vom 2,0 Liter TDDi bis zur Top-Variante 2,2 Liter TDCi mit 155 PS) lohnen längere Fahrten. Der V6-Benziner in der 204 PS starken Version und mit neuer 3,0-Liter-Maschine beschleunigt den Mondeo in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h.

Besondere Freude am Mondeo versprechen aber die neuen Dieselmotoren. Ford zählt sie „zu den flinkesten Dieseln auf dem Markt – und zu den saubersten außerdem“. Die wichtigsten Modifikationen galten laut Ford dem 114 kW/155 PS starken 2,2-Liter-Dieselmotor, der ab dem Modellwechsel am 16. August die Abgasnorm Euro 4 erfüllt. Ein Rußpartikelfilter für dieses Aggregat sei „noch in Vorbereitung“. Immerhin: Die CO2-Emissionen wurden auf 161 Gramm pro Kilometer reduziert, der Durchschnittsverbrauch liegt bei 6,1 (6,3 Liter bei der Kombiversion Turnier). Er beschleunigt in 8,7 Sekunden auf 100 km/h und ermöglicht in der Limousine 220 km/h. Das günstigste Modell mit dem neuen Motor ist die viertürige „Ambiente“-Ausführung für 24 875 Euro, der günstigste Kombi mit diesem Motor kostet 25 925 Euro.

Ob in der Stadt, auf der Landstraße oder Autobahn, erweist sich der Mondeo mit der neuen Motorisierung als kraftvoll und flott. Hinzu kommt der ruhige Lauf des Motors, der als ausgesprochen angenehm empfunden wird. Verstärkt wird dieser gute Eindruck durch ein verändertes Fahrwerk, eine neu abgestimmte Bremsanlage und ein verbessertes Schaltgetriebe.

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