Schule : Ein smarter Viertürer

Der Forfour bietet für seine Klasse überraschend viel Platz

Ingo von Dahlern

Er kommt erst im nächsten Frühjahr – der neueste Smart. Dieser Name steht seit einiger Zeit aber nicht mehr allein für das ultrakompakte City-Coupé, das in jede Parklücke passt. Mittlerweile ist der Smart zum Markennamen geworden. Seit Anfang April gibt es von Smart auch den Roadster und das Roadster-Coupé. Nun folgt die dritte Modellreihe. Mit dem neuesten Smart stößt die Marke in neue Dimensionen vor: der Smart Forfour, ein Viertürer mit Platz für vier bis fünf Personen. Schon Ende Mai zeigte Smart die ersten Bilder des nur 3,75 Meter langen Kompakten – nun präsentierte er sich erstmals zum Ansehen und Probesitzen.

Schon auf den ersten Blick sieht man dem Forfour an, aus welchem Stall er stammt. Denn unverwechselbares Design-Element ist auch bei diesem Auto die so genannte Tridion-Sicherheitszelle, die sich farblich von der übrigen Karosserie abhebt. Und die ist, wie es sich für einen Smart gehört, mit Kunststoff-Panels beplankt – in acht Farben beim Forfour, den es in den beiden Ausstattungs- und Designvarianten Pulse und Passion gibt. Ebenfalls unverkennbar für einen Smart sind die schräg zueinander angeordneten vier einzeln stehenden Scheinwerfer oberhalb des Lufteinlasses und die dreidimensional ausgearbeiteten runden Heckleuchten, die in der C-Säule übereinander platziert sind.

Der Forfour hat überraschend viel Platz für seine Klasse und einen verblüffend variablen Innenraum. Seine Rückbank mit asymmetrisch geteilter neigungsverstellbarer Lehne lässt sich um 15 Zentimeter in der Länge verschieben, Ganz nach Wunsch erhält man so mehr Fuß- oder Gepäckraum. Und soll der besonders groß sein, kann man die Lehnen nach vorn umlegen und die gesamte Sitzanlage vorklappen. So lässt sich der Laderaum zwischen 290 Liter, 620 Liter und 910 Liter variieren. Die Rücksitzanlage gibt es sowohl für zwei als auch für drei Personen. Dann gibt es auch einen dritten Dreipunktgurt und eine dritte Kopfstütze.

Großzügiger Innenraum

Zum großzügigen Raumgefühl im Forfour tragen auch das doppelt geschwungene Armaturenbrett mit seinen aufgesetzten kugelförmigen Luftdüsen sowie den in die Kunststoffoberflächen integrierten Stoffelementen bei. Das gilt auch für die Mittelkonsole. Gelenkt wird mit einem Dreispeichen-Lenkrad in unverkennbarem Smart-Design. Auf Wunsch bekommt man ein Multifunktionslenkrad mit zwei mit Tasten besetzten Mittelspeichen, über die man Audiosystem, CD-Player, Mobiltelefon und Comand-Systeme steuern kann. Und wer will, kann den Forfour anstatt des Kunststoffdachs auch mit einem Panorama-Glasdach mit 1,4 Quadratmeter Fläche oder einem elektrisch betätigten Schiebedach aus Glas bekommen.

Wie schon beim Roadster und Roadster-Coupé, setzt Smart auch beim Forfour konsequent auf Fahrfreude. Beste Voraussetzungen dafür liefern das mit unter 1000 Kilo geringe Gewicht und das dynamisch abgestimmte Fahrwerk mit seiner breiten Spur, das aber ausreichenden Komfort bietet, sowie die kraftvollen Triebwerke. Davon gibt es beim Forfour fünf Varianten – zwei Turbodiesel und drei Benziner, die ausnahmslos die Abgasnorm EU4 erfüllen und entsprechende Steuerbefreiungen erhalten. Die Dreizylinder-Dieselmotoren mit 1,5 Liter Hubraum und 50 und 70 kW (68 und 95 PS) werden in Untertürkheim gebaut, während die gemeinsam mit Mitsubishi entwickelten Benziner mit Leistungen zwischen 55 und 80 kW (75 und 109 PS) aus dem neuen Thüringer Motorenwerk Kölleda stammen, das derzeit seiner Vollendung entgegengeht.

Der Basis-Benziner mit 1,1 Liter ist ein Dreizylinder, die stärkeren Versionen mit 1,3 und 1,5 Liter sind Vierzylinder. Kombiniert sind sie mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe. Wer will, bekommt auch das automatisierte Sechsgang-Schaltgetriebe Softouch Plus, das sich auch sequenziell mit der Hand schalten lässt – auf Wunsch auch mit Schaltwippen am Lenkrad. Und wer seinen Forfour besonders sportlich bewegen möchte, kann für alle Versionen ein Sportpaket ordern, zu dem unter anderem ein Tieferlegungssatz, spezielle 16-Zoll-Räder, blau getönte Scheiben und ein Lederlenkrad gehören.

Obwohl Kompaktauto, bietet der Forfour neben einer elektrischen Servolenkung in allen Versionen die Fahrdynamikregelung ESP als Serienausstattung. Zu diesem System gehören auch ein Bremsassistent und eine elektronische Differenzialsperre sowie das ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung. Gebremst wird der je nach Variante auf 14-, 15- oder 16-Zoll-Rädern stehende Forfour durchweg mit vier Scheiben.

Technik von Mercedes

Seinen Premium-Anspruch in der Kompaktklasse unterstreicht der neue Viertürer von Smart durch zahlreiche Technologie-Komponenten von Mercedes aus der Oberklasse wie die Audio- und Comand-Systeme mit Audio-, Video-, Telefon- und Navigation, das Multifunktionslenkrad, Regen- und Lichtsensor und das Schließsystem. Wie der neue Mitsubishi Colt, mit dem er zusammen bei NedCar in den Niederlanden gebaut wird und sich zahlreiche Komponenten teilt, benutzt der Forfour die Elektrik- und Elektronik-Plattform von DaimlerChrysler.

Zur Sicherheitsausstattung zählen neben den Frontairbags auch Seitenairbags und als Wunschausstattung auch Windowbags. Die Dreipunktgurte vorn sind mit pyrotechnischen Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern ausgestattet. Kindersitze lassen auch an Isofix-Befestigungen verankern und bei Benutzung einer Babyschale vorn lässt sich der Beifahrerairbag abschalten.

Die Preise für den neuen Forfour stehen noch nicht fest, werden aber bei rund 11 000 Euro beginnen. Ein – gemessen am hohen Technik- und Ausstattungsniveau – attraktives Angebot.

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