Schule : Ein ungleiches Paar

Mit dem Pathfinder und dem 350Z Cabrio bewegt sich Nissan in zwei Welten

Ingo von Dahlern

Sie sind beide so unterschiedlich wie Sommer und Winter und trotzdem haben der Pathfinder und der 350Z etwas Gemeinsames: Das ungleiche Paar stammt aus der Feder der Autokonstrukteure von Nissan. Der japanische Autohersteller hat zwei neue Typen auf den Markt gebracht, die sich in einer völlig unterschiedlichen Welt bewegen. Teurer Luxus-Offroader ist der eine, luftiges Sportcabriolet der andere. Letzterer passt beim besten Willen nicht zum gegenwärtigen Wetter. Deshalb gilt der erste Blick dem komfortablen Allradler, der mit den derzeitigen Straßenverhältnissen in Mitteleuropa keine Probleme hat.

Der Pathfinder gehört zu den großen Vertretern seiner Klasse. Gerade dort sind die Japaner eigentlich schon gut vertreten: Mit dem Patrol, dem neuen Murano und dem X-Trail hat Nissan bereits drei Offroader im Programm. Dennnoch unterscheiden sie sich stark voneinander und auch vom Pathfinder. Der X-Trail ist kleiner, der Murano eher eine komfortable Limouse in Off-Road-Optik und der Patrol ein betont robuster Geländeprofi. Trotz des bereits vielfältigen Angebots ist noch Platz für einen vierten Allradler. Denn mit der Verbindung aus Professionalität im Gelände und einem hohen Maß an Luxus gehört der Pathfinder in die gleiche Klasse wie der Range Rover.

Wie der Brite ist der Pathfinder ein respektables Auto, wirkt geradezu gewaltig, wenn man vor ihm steht. 4,74 Meter misst er in der Länge, 1,85 Meter in der Breite und 1,76 Meter in der Höhe. Das sind Abmessungen, die genug Platz für fünf Personen bieten. Wenn mal mehr Passagiere an Bord müssen, stehen noch zwei Klappsitze bereit. Dann müssen allerdings alle ihr Gepäck klein halten. Wer den Pathfinder zum Lastesel machen möchte, kann die Sitze umklappen und bis zu knapp 2100 Liter laden – bei umgeklappter Beifahrersitzlehne mit einer Länge von maximal 2,80 Meter.

Rund 2,2 Tonnen wiegt dieser Koloss, der trotz seines Gewichts sehr agil ist. Denn als Antrieb dient ein neu entwickelter V6-Turbodiesel-Motor mit einem Hubraum von 2,5 Litern, der 126 kW (174 PS) leistet und mit seinem kräftigen Drehmoment von 403 Nm bei nur 2000/min für beachtlichen Anzug sorgt. 12,3 Sekunden vergehen, bis die Tachonadel Tempo 100 erreicht und erst bei 175 km/h ist Schluss – für ein Fahrzeug in diesen Ausmaßen ist das ausreichend. Angenehm ist die hohe Laufkultur des Triebwerks mit seinen zwei Ausgleichswellen. Bedauerlich ist andererseits, dass es bislang nur die EU3-Abgasnorm erfüllt. Doch in absehbarer Zeit soll ein Partikelfilter angeboten werden.

Der Pathfinder gehört zu den Allradlern, die auch in schwierigem Gelände keine Probleme haben. Dennoch wird sein bevorzugtes Revier die ausgebaute Straßen sein. Da ist es erfreulich, dass er dort mit hohem Fahrkomfort überzeugt – und mit einer ebenfalls sehr komfortablen Ausstattung. Mit Preisen zwischen 33900 und 41400 Euro gehört er in seiner Klasse zu den preiswerten Vertretern. Mit ABS mit Bremsassistent, ESP und sechs Airbags mangelt es ihm auch nicht an Sicherheitsausstattung.

Wer vom Winter genug hat und sich stattdessen auf den Sommer freut, findet jetzt bei Nissan das passende neue Gefährt. Mit dem offenen Roadster 350 Z knüpft Nissan an seine jahrzehntelange Sportwagentradition an. Die offene Variante des 350Z leistet mit einem kraftvollen 3,5 Liter V6-Motor respektable Fahrleistungen. Bei nur rund 1,5 Tonnen Leergewicht und 206 kW (280 PS) zieht der Roadster schnell davon. In nur 6,4 Sekunden erreicht er Tempo 100. Erst bei 250 ist Schluss. Bei dieser Geschwindigkeit bringt die verwindungssteife Karosserie hohe Fahrsicherheit.

Wer schnell vorankommen möchte, macht den Wagen lieber zu. Dafür haben die Aerodynamiker von Nissan mit dem gläsernen Windschott überzeugende Arbeit geleistet. Das Dach öffnet und schließt elektrisch in jeweils 20 Sekunden. Hübsch anzusehen ist das Äußere des 350Z in jedem Fall.

Angenehm ist der offene Roadster aber auch von innen. Elektrisch verstellbare Sportsitze, die guten Seitenhalt geben, Klimaautomatik, Xenon-Licht, 18-Zoll- Leichtmetallräder und eine Audio-Kombination – das alles gehört zur Serienausstattung. Für den deutschen Markt baut Nissan zudem Brembo-Bremsen und die Fahrdynamikregelung ESP ein. Für einen Preis ab 36 500 Euro bekommt man überdies ein Premium-Pack mit beheizbaren Ledersitzen und Bose Sound-System.

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