Schule : Eine ganz neue Löwenrasse

Der neue 1007 ist der erste Peugeot mit einer Doppelnull

Ingo von Dahlern

Wer in einer Stadt wie Berlin unterwegs ist und tagtäglich mehr als einmal einen Parkplatz sucht, kennt das Problem. Da findet man endlich eine der begehrten Lücken. Und mit viel Fingerspitzengefühl bekommt man sein Fahrzeug auch hinein, selbst wenn die etwas schmaler ist. Aber dann kommt die böse Überraschung: man kommt bei den geringen Abständen zu den Autos rechts und links einfach nicht aus seinem Fahrzeug heraus, weil man keine der Türen ausreichend weit öffnen kann. Frustriert fädelt man sein Auto wieder aus, sucht nach einer breiteren Lücke.

Hätte ich doch eine Schiebetür wie viele Kurierdienstfahrzeuge, wünscht sich da mancher. Aber Schiebetüren bei Personenwagen für den Fahrer gibt es nun einmal nicht. Bei uns doch, werden allerdings schon bald Peugeot-Händler antworten. Denn soeben hat die Marke mit dem Löwen einen ersten Blick auf ihr neuestes Modell erlaubt – den Peugeot 1007. Der hat Schiebetüren vorn sogar auf beiden Seiten. Er ist eine ganz neue Baureihe ohne irgendeinen Vorgänger und deshalb auch der erste Peugeot mit einer Doppelnull in der Mitte. Denn bei den traditionellen Typbezeichnungen von Peugeot mit der Null in der Mitte gab es keine mehr, die frei war. Denn der 1007 gehört in die kleine Klasse, müsste mit einer Länge von gerade 3,73 Meter schon eine „1“ als erste Ziffer tragen. Aber die ist belegt durch den 106 und seinen im nächsten Jahr erscheinenden Nachfolger 107. Mit der Doppelnull fand Peugeot einen Ausweg – mit einer Bezeichnung, die so neu wie das Auto. Denn der 1007 ist ein Kompakter einer ganz neuen Art.

Ganze fünf Zentimeter länger als der 106 ist der 1007 und mit 1,69 Meter besonders breit sowie mit 1,61 Meter auch besonders hoch. Und mit knapp 2,32 Meter hat er einen kurzen Radstand, der übrigens identisch ist mit dem des Citroën C2. Kein Wunder, denn der baut ebenso wie der C3 auf der so genannten Plattform 1 des Konzerns PSA Peugeot/Citroën auf – und zwar wie der C2 auf deren verkürzter Variante. Ergebnis ist ein sehr kompakter Minivan mit einem verblüffend großen Innenraum. Denn die große Höhe erlaubt es, vergleichsweise aufrecht zu sitzen und das auch noch in erhöhter Sitzposition, die einen besonders guten Überblick über das Geschehen vor dem Auto erlaubt.

Der 1007 ist ein Viersitzer – mit einer besonderes variablen Bestuhlung. Denn die hinteren beiden Sitze lassen sich einzeln in der Länge um 23 Zentimeter verschieben – der Bestwert in dieser Klasse. Da kann man entweder ganz bequem mit großer Beinfreiheit und geneigter Rückenlehne sitzen oder aber mit steil gestellter Lehne und nach vorn gerückt ein Maximum an Laderaum herausholen. Der wird umso größer je mehr man die Fondsitze zusammenklappt und schließlich aufstellt. Beide Rücksitze lassen sich ebenso wie der Beifahrersitz zu einem praktischen Tisch zusammenklappen. Da passt dann neben dem Fahrer selbst ein komplettes Fahrrad in den 1007, dessen Innenraumvariabilität auch dadurch überzeugt, dass alle Veränderungen mit wenigen einfachen Handgriffen vorgenommen werden können. Und wie es sich für ein Fahrzeug mit variablem Innenraum gehört, bietet der 1007 auch eine Vielzahl kleiner und großer Ablagen einschließlich Schubfächern unter den vorderen Sitzen und einem großen Fach im hinteren Doppelboden.

Mit seinen kompakten Abmessungen und der elektrischen Servolenkung ist der 1007 ein handliches Stadtauto. Aber er ist auch ein sogar familientauglicher kompakter Reisewagen mit, wie Peugeot verspricht, hohem Fahrkomfort und einer kompletten Sicherheitsausstattung. Zu der gehören unter anderem bis zu sieben Airbags, der siebte ist ein Kniebag, und auf der aktiven Seite die Fahrdynamikregelung ESP als Serienausstattung.

Dafür, dass man den 1007 flott bewegen kann, sorgen ein 1,4-l-Benziner mit 54 kW (75 PS) und ein 1,6-Liter mit 80 kW (109 PS) sowie ein 1,4-l-Turbodiesel mit 50 kW (80 PS). Neben einem Fünfgang-Schaltgetriebe gibt es für die Benziner als Wunschausstattung beim 1.4 und als Serienausstattung bei 1.6 das automatisierte Schaltgetriebe „2 Tronic“. Das kann man durch Antippen des Schalthebels oder auf Wunsch von Schaltwippen an der Lenksäule schalten oder im Automatikmodus arbeiten lassen.

Vom Außendesign her ein typischer Löwe überzeugt der 1007 durch ein ansprechendes und mit hochwertigen Materialien gestaltetes Interieur und überrascht durch das Caméléo-Konzept. Das erlaubt es bei der Innenausstattung Sitzflächen, Türinnenverkleidungen und die Umrandungen der Luftausströmer in zwölf Versionen zu variieren. Zu einem Auto ganz nach individueller Note lässt sich der 1007 aber auch durch so gut wie alle auch in den gehobenen Klassen verfügbaren Komfortausstattungen machen.

FAZIT

Im ersten Quartal 2005 geht der 1007 in Frankreich an den Start und im folgenden in Deutschland – zu Preisen, die bei rund 13000 Euro beginnen dürften. Kein betont billiges Auto also, aber dafür ein sehr attraktives Angebot in der kompakten Klasse, das so bislang ohne Beispiel ist. Peugeot setzt wieder einmal Zeichen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar