Einschulung : Am liebsten Fangen spielen

Rechnen, lesen, schreiben – das kann nicht alles sein. Was ein Zweitklässler und eine Erstklässlerin über die Einschulung denken.

Yannick, 7, hat sein erstes Schuljahr an der Johann-Peter-Hebel-Grundschule in Wilmersdorf gut hinter sich gebracht und kommt jetzt in die zweite Klasse:

Ich kann mich gut an meine Einschulung erinnern: Da haben uns die Patenschüler aus den höheren Klassen begrüßt. Die helfen uns jetzt immer, wenn wir etwas nicht wissen. Ich lerne ganz gern, und ich habe ziemlich viel gelernt dieses Jahr: Ich konnte zwar vor der Schule schon zählen. Aber ich dachte zum Beispiel, nach 100 kommt 200. Es kommt aber nur 101. Ich kann außerdem schon fast alle Wörter schreiben. Das schönste an der Schule war ein großes Fest zum Geburtstag von Johann Peter Hebel, bei dem wir uns wie früher angezogen und mit Murmeln gespielt haben. Aber vor hundert Jahren mussten die Kinder ganz still auf ihren Plätzen sitzen und im Chor den Lehrer begrüßen. Ich bin schon lieber heute in der Schule.

Wir bekommen noch keine Noten, aber Zeugnisse. Dieses Mal stand drin, dass ich gut in Mathe bin und dass ich zu viel mit meinem Paten quatsche. Den Rest habe ich mir nicht durchgelesen, aber meine Mutter sagt, es war in Ordnung.

Ich fühle mich als Schulkind schon älter als die Kinder in der Kita. Aber ich spiele trotzdem noch mit ihnen. Am liebsten spiele ich aber mit meinen Freunden in der Schule Fangen. Die Großen aus der vierten und fünften Klasse ärgern uns immer, das ist das Einzige, was mir nicht gefällt. Ach ja, manchmal finde ich es auch anstrengend, dass man sich in der Schule immer konzentrieren muss.

Aber ich freue mich trotzdem schon aufs nächste Schuljahr: Ich werde jetzt selbst Pate von einem neuen Erstklässler.

Wilhelmina, 5, künftige Erstklässlerin der Thomas-Mann-Grundschule in Prenzlauer Berg:

Bisher war ich in der Gruppe „Fledermäuse“ in meiner Kita. Dort habe ich am liebsten mit meiner Freundin Martha Verstecken gespielt oder wir haben uns als Elfen verkleidet. Wir hatten auch schon eine Vorschulgruppe in der Kita. Wir mussten zum Beispiel auf einem Blatt Papier ankreuzen, wo rechts und links ist, aber das konnte ich sowieso schon. Vielleicht werde ich die Kita vermissen. Aber ich besuche die dann einfach mal.

Meine neue Schule ist direkt gegenüber von dem Haus, in dem wir wohnen. Immer wenn ich vom Balkon gucke, freue ich mich. Ich kann auch schon auf den Fahrradständern vor der Schule balancieren. In der Schule werde ich rechnen, lesen und schreiben lernen. Ein bisschen lesen kann ich schon, mein Lieblingsbuch ist Pippi Langstrumpf.

Ich bin so gespannt auf die Schule! Ein paar von meinen Klassenkameraden kenne ich schon, aber nicht viele. Ich komme in die Eichhörnchenklasse, nebenan sind die Pusteblumen. Meinen Lehrer Herrn Weingärtner habe ich schon mal gesehen, als wir die Schule besucht haben. Ich finde, er sieht nett aus.

Mein Schulranzen ist blau mit Orcas drauf, den habe ich mir selbst ausgesucht. An den Seiten kann er leuchten, damit die Autos mich gut sehen können, wenn es dunkel ist. Mein Name muss da noch drauf geschrieben werden, aber das kann ich noch nicht selbst. Und außerdem bekomme ich natürlich auch noch eine Schultüte. Die auf dem Foto ist nämlich nur geliehen. Die echte bringt die Zuckertütenelfe, wenn die Schule losgeht.

Aufgezeichnet von Patricia Hecht.

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