Einschulung : Die Schule ist kein Kinderspiel

Wie sich Eltern auf den Schulanfang einstimmen können.

Tong-Jin Smith
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Der Ernst des

Wenn es auf die Einschulung zugeht, steigt bei Eltern und Kindern die Aufregung. Auch bei den Eltern von 4- und 5-Jährigen steht das Thema Schule auf der Tagesordnung. Denn in diesen Tagen werden bei den 4- und 5-Jährigen in Berlin die sogenannten Sprachstandsfeststellungen durchgeführt.

Seit einem Jahr sieht das „Gesetz zur vorschulischen Sprachförderung“ vor, dass Kinder im Jahr vor der Einschulung auf ihre sprachlichen Fähigkeiten getestet werden. Mit dem Test soll herausgefunden werden, ob ein Kind in der Lage sein wird, bei seiner Einschulung dem Unterricht zu folgen oder ob es gravierende Verständigungsprobleme hat und jetzt – ein Jahr vorher – entsprechend gefördert werden sollte.

Beim Elternabend in der EinsteinGruppe der Be Smart Academy – einer bilingualen Kita in Mitte – erfahren die Eltern, dass bei ihren Kindern kein Förderbedarf besteht. Trotz der allgemeinen Erleichterung gibt der Test Anlass zum Grübeln. Das Thema „Schule“ macht die Runde. „Gar nicht mehr lange und unsere Kleinen gehen zur Schule“, heißt es da. Nach dem Elternabend stehen noch einige Eltern zusammen und diskutieren: „Welche Schule ist die richtige? Habt ihr Euch schon umgeschaut? Wie können wir uns auf die Schule vorbereiten?“

Um Vorschüler auf die neue Situation in ihrem Leben einzustimmen, schlagen Pädagogen einen Besuchstag in der Grundschule vor. Man kann gemeinsam mit dem Kind das Schulgebäude besichtigen und vielleicht sogar am Unterricht teilnehmen. So bekommt es einen guten Eindruck davon, was es erwartet.

Auch wenn die Kinder der meisten Kitas sicherlich recht gut auf die Schule vorbereitet sind, etwa ihren Namen schreiben oder sich in der Gruppe zurechtfinden können, so bedeutet der Wechsel auf die Schule für alle einen großen Schritt in die Selbstständigkeit. Egal, ob ein Kind dann mit dem Fahrrad in die Kiez-Schule oder mit dem Bus in die Wunschschule quer durch die Stadt fährt.

Bis September aber haben sie noch Zeit, sich zusammen mit ihren Eltern auf die Schule einzustimmen. Dazu gehört etwa, gemeinsam einen Schulranzen auszusuchen, einen Schreibtisch im Kinderzimmer aufzustellen oder eine Schultüte zu basteln. Auch kann schon im Sommer der spätere Schulweg geübt werden oder die künftige Schule besucht werden.

Aber was passiert eigentlich bei der Einschulungsfeier am Sonnabend vor dem ersten Schultag? Für viele Familien ist dies ein besonderer Tag, der mit Oma und Opa, Tante und Onkel ausgiebig gefeiert wird. Man wirft sich in Schale und begleitet das neue Schulkind zur Einschulungsfeier in die Schule, um im Anschluss dann im Kreis der Familie zu feiern. „Bei uns war das nett gemacht“, erzählt Michael Fischer, Vater eines Drittklässlers. „Die Einschulungsfeier fand in der Turnhalle statt, die mit selbst gemalten Bildern der älteren Klassen geschmückt war. Die Erstklässler sind dann klassenweise auf die Bühne gerufen worden und bekamen von den älteren Kindern ein Ständchen gesungen. Unser Sohn war ganz schön hibbelig und aufgeregt. So sehr sogar, dass er, glaube ich, nicht so viel mitbekommen hat. Meine Frau war auch ganz schön aufgeregt, und ihre Mutter hat sogar ein wenig geweint. Es war alles recht emotional.“ Nach dem Ständchen seien die neuen Schulkinder dann in ihre Klassen geführt worden und hätten dort eine erste Kennenlernstunde mit ihrer Lehrerin gehabt. „Wir sind danach mit der ganzen Familie zum Italiener gegangen. Aber wir waren nicht die Einzigen, und so war das Mittagessen dann ein ziemlich lautes“, schmunzelt er.

Und während Eltern der PicassoGruppe jetzt überlegen, wie wohl die Einschulungsfeier sein wird und ob sie dann mehr Stolz oder Wehmut verspüren werden, grübeln Eltern der Einstein-Gruppe noch bis November über die richtige Schulwahl. Tong-Jin Smith

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