Schule : Eltern rufen Abgeordnete zur Hilfe Aufnahmekriterien an Coppi-Schule abgelehnt

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Auch in Lichtenberg wehren sich nun Eltern gegen die neuen Aufnahmekriterien an Oberschulen. Eltern, deren Kinder in die musikbetonte Richard-Wagner-Grundschule gehen, haben eine Petition im Abgeordnetenhaus eingereicht. Sie kritisieren, dass dem ebenfalls musikbetonten Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasium spezielle Kriterien nicht genehmigt wurden, nach denen Schüler in die Musikklasse aufgenommen werden sollten. „Unsere Tochter spielt Klavier und Klarinette und möchte das in der Oberschule auch weiterführen“, sagte Susanne Fehse, deren Tochter in die sechste Klasse der Wagner-Grundschule geht. Da das Coppi-Gymnasium eine stark nachgefragte Schule sei, würden viele Eltern der Wagner-Grundschule nun befürchten, dass ihre Kinder trotz musikalischer Eignung nicht an dem Gymnasium zugelassen werden.

Für die Profilklasse „Musik“ sollten an der beliebten Rummelsburger Coppi- Schule auch außerschulisch erworbene musikalische Kompetenzen als Kriterium gelten. Die Schulaufsicht habe dies aber nicht genehmigt, so Fehse. In verschiedenen anderen Bezirken wie etwa Treptow-Köpenick, Tempelhof-Schöneberg, Reinickendorf oder Pankow habe es in vergleichbaren Fällen jedoch keine Probleme gegeben. „Wir fordern eine berlinweite Gleichbehandlung“, sagte Fehse. Für das Lernen am Coppi-Gymnasium sei die musikbetonte Klasse „wesentlich.“ Die Aufnahme der geeigneten Kinder müsse entsprechend geregelt werden.

An der Coppi-Schule hätte auch außerschulischer Musikunterricht als Kriterium zählen sollen, der durch Privatlehrer, nicht nur durch Musikschulen erteilt wurde. Dies sei beanstandet worden, sagte Schulleiterin Gisela Unruhe. „Aber viele Kinder haben bei hervorragenden Privatlehrern Unterricht.“ Die Sprecherin der Senatsbildungsverwaltung, Beate Stoffers, sagte, außerschulischer Musikunterricht sei als Kriterium „nicht gerichtsfest. Die Schule hätte hier die Frage der Zertifizierung des außerschulischen Unterrichts klären müssen.“

An der musikbetonten Hermsdorfer Georg-Herwegh-Oberschule wird nach ähnlichen Kriterien zugelassen, wie sie am Coppi-Gymnasium geplant waren. Schulleiterin Gabriele de Tinseau sagte: „Wir machen auch keinen Unterschied zwischen Privatlehrern und Musikschulen.“ Die Genehmigung ihrer Kriterien sei kein Problem gewesen. Auch der stellvertretende Schulleiter des musikbetonten Treptow-Köpenicker Montgolfier-Gymnasiums sagte, die Kriterien seiner Schule seien „problemlos“ bewilligt worden.

Vom Abgeordnetenhaus habe man bislang noch keine Rückmeldung bekommen, sagte Elternvertreterin Susanne Fehse. „Es eilt“, sagte sie: Der Anmeldezeitraum für die weiterführenden Schulen steht bevor. Falls die Petition keinen Erfolg haben sollte, ist an der Coppi-Schule als Notlösung geplant, für alle Klassen nach denselben gerichtsfesten Kriterien aufzunehmen. Nach Abschluss des Aufnahmeverfahrens werde man dann unter allen aufgenommenen und an der Musikklasse interessierten Schülern ein internes Auwahlverfahren durchführen. Für nächstes Jahr jedoch werde man auf jeden Fall „an neuen Kriterien arbeiten“, sagte Schulleiterin Unruhe.Patricia Hecht

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