Schule : Endlich wieder eine richtige Raubkatze Der Jaguar XK kommt als Coupé und als Cabrio

Eric Metzler

Was hat Jaguar den Tradionalisten in den letzen Jahren nicht alles zugemutet: Zunächst der Einstieg in die billige Oberklasse mit dem S-Type. Dann ein erster Kombi mit der Raubkatze im Logo – und seit dem vergangenen Jahr verbauen die Briten auch noch Dieselmotoren! Mit dem Naserümpfen über derlei Abwege und mit sinkenden Verkaufszahlen in Deutschland soll es nun vorbei sein. Jaguar schickt mit dem XK wieder einen echten Sportwagen in Serie; eine komplette Neuentwicklung, die ab Frühjahr 2006 als Coupé und dann auch als Cabrio Aufsehen erregen wird.

Ein Jaguar hat schön zu sein. Dieser Jaguar ist schön. Fans und Kritiker schwärmten gleichermaßen, als vor wenigen Wochen auf der IAA das Tuch vom lange erwarteten XK Coupé gezogen wurde. Nach dieser erfolgreichen Premiere haben die Engländer nun die zweite Version der Modellreihe enthüllt: Das XK Cabriolet. Und? Auch die offene Version ist – und darüber lässt sich in diesem Falle nicht streiten – schlicht schön. Ein Auto mit klassischen Proportionen. Lange, dynamische Motorhaube, hohe Gürtellinie, kurze Überhänge und vorne ein Kühlergrill im Stil des guten, alten E-Types – das alles lässt den XK athletisch und doch elegant daherrollen.

Anders als der Zeitgeist verzichtet Jaguar auf ein faltbares Dach aus Metall oder Glas. Wenn die Sonne herauskommt, öffnen XK-Fahrer auf Knopfdruck ein dick gefüttertes Stoffdach. Das dauert 18 Sekunden, funktioniert auch bei langsamer Fahrt und lässt im Kofferraum Platz für zwei ausgewachsene Golftaschen. Immerhin. Dass die Ansicht des Cabrios nicht ungebührlich von Überrollbügeln oder anderen Versteifungen getrübt wird, liegt auch an der neuartigen Karosserie, die ohne Stahl auskommt. Jaguar verpasst dem XK mit geklebten und genieteten Aluminiumteilen eine extrem verwindungssteife Form – und spart nebenbei 19 Prozent Gewicht gegenüber der herkömmlichen Bauweise. Neues wagt Jaguar auch zum Schutze der Fußgänger: Ein System namens PDBS sorgt bei einer Kollision dafür, dass die Motorhaube um 10 bis 15 Zentimeter nach oben schnellt. So entsteht in Bruchteilen einer Sekunde ein Puffer zwischen der Klappe und den darunter liegenden starren Teilen des Motorraums.

Im Innenraum des XK geht es zu, wie es sich in der Liga da oben gehört: nobel. Klare Linien und feine Materialien, die sich nicht in den Vordergrund spielen; es sei denn, man erliegt der Aufpreisliste und lässt das komplette Armaturenbrett in weichem Leder beziehen. Navi, DVD-Monitor, 525-Watt-Musikanlage von Alpine, gegen Bares alles an Bord, genauso wie das beheizbare Lenkrad, an dem sich auch kleine Tasten zur Bedienung des Mobiltelefons finden.

Angetrieben wird der Jaguar XK von einem 4,2-Liter-Saugmotor mit acht Zylindern – einer Maschine, die mit ihren 298 Pferdestärken selbst den hungrigsten Katzenfreunden genügend Durchzugskraft und Souveränität verspricht. Bis auf 250 Stundenkilometer lässt sich der XK treiben; dabei fliegen die Passagiere nach nur 6,3 Sekunden schon 100 km/h schnell. Und damit der Fahrer beim Hochschalten mitkommt, gibt ihm Jaguar das „Sequential Shift“ mit auf den Weg, eine per Wippe am Lenkrad schaltbare 6-Gang-Automatik.

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