Schule : Es gibt nicht nur die mittlere Spur

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DER SICHERHEITSTIPP

Die dreispurige Autobahn ist überraschend frei. Auf der rechten Spur sind zwar einige Laster unterwegs – aber mit so großen Abständen, dass man als Pkw-Fahrer zwischendurch problemlos immer wieder nach rechts einscheren kann. Doch auf der mittleren Spur sind wie so oft wieder ein paar Autofahrer unterwegs, die einen immer wieder zu gefährlichen Überholmanövern zwingen. Sie fahren zwar ein wenig schneller als die Laster rechts – aber maximal Tempo 110. Nun, das ist ja durchaus eine akzeptable Reisegeschwindigkeit, wenn man zügig und stressfrei vorankommen möchte. Aber man sollte das nicht auf Kosten anderer tun. Und genau das tun diese Autofahrer, wenn sie stur auf der mittleren Spur bleiben. Und das oft sogar auch dann, wenn die rechte Spur völlig frei ist.

Das allerdings zwingt all die, die sich an das in unserer Straßenverkehrsordnung vorgeschriebene Rechtsfahrgebot halten, manchmal zu geradezu waghalsigen Manövern. Denn wer zügig und damit schneller als langsamere notorische Mittelspur-Fahrer rechts fährt, muss zum Überholen von Autos, die nicht von der mittleren Spur weichen, auf die äußerste linke Spur wechseln. Das aber ist die Spur, auf der nun einmal die besonders schnellen Fahrer unterwegs sind. Und eigentlich könnten die bei dem wenigen Verkehr auch schnell bleiben.

Doch weil von drei Autos das langsamste in der Mitte fährt statt rechts, wird alles unnötig kompliziert. Denn um dieses Auto zu überholen, muss der Zweitschnellste ganz nach links. Entweder zwingt er dort schnelle Fahrer, vom Gas und vielleicht auch auf die Bremse zu gehen. Oder aber er muss es selbst tun, wenn er auf den langsamen Fahrer in der Mitte aufläuft und die linke Spur durch Schnellfahrer besetzt ist. Und wenn er dort endlich eine Lücke findet, muss er erst wieder beschleunigen, um an dem Fahrzeug in der Mitte vorbeizukommen und ist damit eine besondere Gefahr für schnelle Fahrer.

Kurzum, viele Fahrer werden gestresst und zu unnötigen Brems- und Beschleunigungsmanövern gezwungen, nur weil wenige und oft nur einer es sich stressfrei auf der mittleren Spur gut gehen lässt. Und wenn man beim Überholen auf die Lenker solcher Fahrzeuge in Autobahnmitte blickt, dann hat man meist den Eindruck, dass sie ganz locker sind – und eigentlich gar nicht wissen, wie sehr sie andere durch ihre Fahrweise tatsächlich behindern oder sogar in Gefahr bringen.

Man sollte sich also daran halten, dass man dann, wenn die rechte Spur frei ist oder ausreichend Abstände zwischen den dort fahrenden Lastern vorhanden sind, kurz den Blinker setzt und nach rechts einschert. Wofür schließlich haben unsere Autos Blinker und Lenkrad. Und wer sich ans Rechtsfahrgebot hält, trägt damit nicht nur zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen bei, sondern zugleich auch zu einem zügigen Verkehrsfluss – denn der wird durch unnötige Überhol- und Bremsmanöver nun einmal behindert.

Die Polizei, die oft mit Videowagen auf den Schnellstraßen unterwegs ist, sollte zudem nicht nur Abstands- und Temposünder verfolgen, sondern auch notorische Mittelspur-Fahrer. Denn die sind, vor allem dann, wenn sie sehr langsam sind, meist viel gefährlicher als ein das Tempolimit überschreitender Schnellfahrer. ivd

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