Schule : Express. Und gut

Skoda bietet den Octavia RS nun auch mit einem Diesel an – eine zugkräftige Kombination

Eric Metzler

Spätestens seit Anfang 2005 müsste jeder wissen, was Skoda mit dem aktuellen Octavia auf die Straße gestellt hat: ein ansehnliches, praktisches und solides Mittelklasseauto mit durchaus bemerkenswertem Preis-Leistungsverhältnis. Damals war das Modell zum ersten Mal das meistverkaufte Importauto in Deutschland. Ausgeruht haben sich die Tschechen auf diesem Erfolg nicht: Für den Octavia haben wir uns einen neuen Motor und eine neue Ausstattungslinie angeschaut – jeweils am oberen Ende der Modellpalette.

Beginnen wir bei der Leistung: Die Sportvariante RS gibt es nun auch als Diesel. Der 2,0 TDI macht aus dem Familienauto Octavia einen Sportler, der angesichts seiner optischen Bescheidenheit von allen unterschätzt werden dürfte, die noch nicht selbst das Vergnügen hatten. Seine 170 PS bringt der Wagen dank eines bulligen Drehmoments von 350 Newtonmeter kraftvoller auf die Straße, als man es von einem Vierzylinder erwarten dürfte. Nun gut, ein kleines Turboloch ist zu überwinden. Danach aber stürmt der Octavia nach vorne, dass es eine Freude ist. Unwohl wird einem dabei nicht: Die Lenkung ist direkt und nicht zu soft; das Sechsganggetriebe schaltet sich knackig; das Fahrwerk schluckt Querfugen auf der Autobahn milde.

Schwächen offenbart der Wagen indes bei langsamerer Fahrt: Auf holprigen Durchgangsstraßen neigt der um zwölf Millimeter tiefer gelegte RS zum Stuckern. Und fällt das Rauschen des Fahrtwindes weg, dringt zu viel Diesellärm ins Innere. Das ist besonders schade, weil uns der Motor mit seinen Verbrauchsdaten Respekt abnötigt: 5,8 Liter stehen für den Kombi im Datenblatt, auf unserer zügigen Testfahrt war es nicht mal ein Liter mehr. Für Familien, die in Eile und dabei noch schwer bepackt sind, ist das ein ebenso zugkräftiges Merkmal wie der in beiden Karosserievarianten großzügige Kofferraum: 560 bis 1420 Liter fasst die Limousine, 580 bis 1620 Liter der Kombi.

Die Serienausstattung des RS ist vorbildlich. Im Vergleich zur Konkurrenz können selbst Böswillige den Preis von 26 890 Euro (für den Kombi plus tausend Euro) nicht als Mogelpackung bezeichnen: Von den 18-Zöllern über die Leder-Alcantara-Sportsitze bis zu Partikelfilter und Bremsassistent ist alles mit drin.

Wer den Octavia, nicht aber den Sportlerdress mag, kommt neuerdings mit einer gediegeneren Edelvariante auf seine Kosten. Skoda hat den Ausstattungen Classic, Ambiente und Elegance die Linie Laurin & Klement hinzugefügt. Sie toppt alle anderen Pakete serienmäßig mit hellgrauem Leder, Klavierlackblenden, Xenon-Scheinwerfern und einem elektrisch einstellbaren Fahrersitz mit Memory-Funktion. Die Preise beginnen hier bei 25 690 Euro für den Zwei-Liter-FSIBenziner mit 150 PS.

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