Ferien-MENSCHEN : Bonbons verboten

von

Wir porträtieren jede Woche einen Menschen Person aus dem Schulbereich und erzählen, wie er die Ferien verbringt.

„Wer quatscht, kotzt nicht“, kann die Schulbusfahrerin Karin Jokisch alle beruhigen, die motorisiert in die Ferien aufbrechen. Seit elf Jahren fährt sie mit Kindern aus Marzahn-Hellersdorf zur Schule und holt sie wieder ab. Zuerst als Begleiterin in einem großen Schulbus mit Fahrer, seit drei Jahren sitzt sie nun selbst hinter dem Steuer eines Kleinbusses und hat gleichzeitig rund 16 Schüler im Auge. Bonbons und Getränke sind verboten, Anschnallen natürlich Pflicht. Wenn die Lautstärke der Kinder das Radio übertönt, schaltet die 47-Jährige ab. Dann werde es schnell wieder ruhiger. Ein ganz stilles Kind ist im Auto aber auch kein gutes Signal, außer es schläft. Die Fahrt mit ihr dauert maximal 45 Minuten. Der Älteste im Kleinbus ist 15 Jahre alt. Der eigene Führerschein sei für viele der Schüler sonderpädagogischer Schulen, die sie fährt, ein ferner Traum.

Fünf Touren hat Jokisch pro Tag. Die erste um 6 Uhr, die letzte um 17 Uhr, dann fährt sie direkt mit dem Schulbus nach Hause. In den Ferien fällt die Tour zum Schulschwimmen weg, ansonsten kommt die Hälfte der Kinder wie gewohnt, zum Ferienhort. Im Sommer sind die Straßen ruhiger, auch weniger Schulparkplätze verstellt. In der zweiten Ferienhälfte kann die Schulbusfahrerin dann selbst Urlaub machen und in ihrem Garten entspannen. Mit ihrem Mann, der schon seit 45 Jahren Reisebusse fährt. Wenn die beiden gemeinsam wegfahren, dann spontan an die Ostsee. Katharina Ludwig

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben