Finanzen : Großes Sanierungsprogramm für Berliner Schulen

Berlins Schulen sollen mit einer kräftigen Finanzspritze saniert werden: Mehr als eine halbe Milliarde Euro sollen in den kommenden drei Jahren investiert werden. Zehn Millionen sind für Privatschulen vorgesehen.

Katja Gartz

In Zeiten knapper Kassen haben viele Schulleiter Grund zum Aufatmen: Mehr als eine halbe Milliarde Euro sollen in den nächsten drei Jahren in die Sanierung von Berlins Schulen investiert werden. Zur Verfügung stehen 196 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung, bereits festgelegte Haushaltsmittel, Mittel aus dem Schul- und Sportanlagensanierungsprogramm und dem Programm „plus50“.

Für die Privatschulen sind davon zehn Millionen vorgesehen. Dienen sollen die Investitionen vor allem dem Energiesparen sowie dem Ausbau des Ganztagsbetriebs. Doch nicht alle Schulen, die ihre Kosten durch Wärmedämmung oder energiesparende Heizungsanlagen senken könnten, profitieren davon. Ein Beispiel ist die Waldorf-Schule in Oberschöneweide, die im denkmalgeschützten Gebäude einer ehemaligen Textilfabrik untergebracht ist. „Wir verbrauchen viel zu viel Energie, weil unsere Heizungsanlage zu groß ist“, sagt der Geschäftsführer Christopher Steinke. Ausgerichtet ist die 1990 eingebaute Heizung mit zwei mechanisch gesteuerten Kesseln für einen industriellen Betrieb mit einer großen Halle. Die Schule, für die eine zweite Ebene eingezogen wurde, könnte mit einer kleineren, elektronisch gesteuerten Anlage etwa ein Drittel ihrer Energiekosten sparen. Ein neues Dach ist ebenfalls nötig, weil der vorhandene Folienbelag meterlange Risse hat. Ein Dach mit Dämmung und einer Photovoltaikanlage könnte den Spareffekt zusätzlich steigern. Finanziert werden müsse dies mit Hilfe der Eltern sowie mit herkömmlichen Darlehen, so Christopher Steinke. Mittel aus dem Konjunkturpaket erhält die Schule nicht, weil sie von der Bundesregierung bereits durch das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ beim Ausbau des Ganztagsbetriebs unterstützt wurde.

Anders geht es der Privaten Kantschule in Steglitz. Sie ist eine von 41 Schulen in freier Trägerschaft, die von dem Sanierungsprogramm finanziell unterstützt werden. Nach der vorläufigen Antragsbewilligung der Senatsschulverwaltung fallen dort für die Sanierung der Fenster, der Heizung, der Wärmedämmung der Fassade, des Umbaus der Mensa sowie der naturwissenschaftlichen Unterrichtsräume 1,02 Millionen Euro an. Doch bevor die ersten Baufirmen beauftragt werden können, braucht die Schule einen rechtsgültigen Bewilligungsbescheid. „Wir hoffen, dass wir in den Sommerferien beginnen können“, sagt der geschäftsführende Direktor der Kantschule Andreas Wegener.

Die Finanzspritze für dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen sei bei den Schulen natürlich sehr willkommen, meint Wegener, der auch Vorsitzender des Privatschulverbandes Berlin-Brandenburg ist. Dennoch stünden auf der Prioritätenliste nicht Impulse für die Wirtschaft an erster Stelle, sondern Investitionen in die Bildung, beispielsweise für Computer und EDV-Infrastruktur. 

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