Schule : Flexibel sein – und bei Regen nicht zu schnell

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DER SICHERHEITSTIPP

Das eine Wochenende war noch bitter kalt – am folgenden herrschten fast schon Frühlingstemperaturen und nun soll es schon wieder kalt werden. Eine harte Herausforderung für alle Autofahrer, die sich unter solchen Bedingungen ständig auf neue Straßenverhältnisse einstellen müssen und dabei leider auch den einen oder anderen Fehler machen.

Mehr an den beginnendem Frühling als an den Winter erinnerte das Wetter der vergangenen Tage. Und wer an solchen Tagen mit dem Auto unterwegs ist, der muss beim besten Willen nicht mit eisglatten Fahrbahnen rechnen. Dafür allerdings können sie dann, wenn es kräftig regnet und viel Wasser auf den Fahrbahnen ist, mit einer anderen Form von Glätte Bekanntschaft machen – der so genannten „Wasserglätte“, die unter dem Begriff „Aquaplaning“ bekannter ist und die man gerade jetzt sehr ernst nehmen sollte.

Bereits Nässe auf den Fahrbahnen vermindert die Traktion und kann die Bremswege erheblich verlängern. Regelrecht ins „Schwimmen“ geraten kann ein Fahrzeug schließlich, wenn der Reifen wegen der Nässe den Bodenkontakt verliert. Und die Gefahr, dass diese Situation bei starker Nässe auftritt, ist umso größer, je schneller gefahren wird und je weiter das Profil der Reifen heruntergefahren ist.

Bei niedriger Geschwindigkeit nämlich drückt sich das Reifenprofil durch den Wasserfilm fest auf die Straße. Die Profilrillen führen das Wasser nach vorn, nach hinten und zur Seite ab. In dieser Situation besteht noch voller Bodenkontakt. Nimmt die Geschwindigkeit zu oder steht mehr Wasser auf der Straße, dann füllen sich die Profilrillen völlig. Da nun kein Wasser mehr aufgenommen werden kann, bildet sich vor dem Reifen eine regelrechte Bugwelle. Reduziert der Fahrer in dieser Situation das Tempo, kann er Aquaplaning noch verhindern. Bei noch mehr Wasser und noch mehr Tempo aber kommt es dazu, dass der Wasserkeil den Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn trennt. Er schiebt sich immer weiter zwischen Fahrbahn und Lauffläche, so dass die Lauffläche von der Fahrbahn abhebt – aufschwimmt. Lenken oder auch Bremsen sind jetzt nicht mehr möglich.

Wie stark Aquaplaning von der Wassertiefe, der Fahrgeschwindigkeit und dem Reifenprofil abhängt, zeigt folgender Vergleich. So gerät ein mit neuen Reifen ausgerüstetes Mittelklasseauto bei viel Wasser bei Tempo 78 ins Aquaplaning. Unter gleichen Versuchsbedingungen, jedoch nur noch mit 1,6 Millimeter Restprofil, tritt Aquaplaning bereits bei Tempo 62 auf.

Leider hat man als Fahrzeuglenker keine Sicht auf die Reifen, kann einen sich bildenden Wasserkeil also nicht sehen. Doch wenn man die Fahrspuren vorausfahrender Fahrzeuge beobachtet und sieht, dass diese sich schnell schließen, bedeutet das viel Wasser auf der Fahrbahn und erhöhte Aquaplaninggefahr – und das heißt Tempo reduzieren. Schwimmt das Auto tatsächlich auf – bei Fronttrieblern heult der Motor dann auf, ohne dass man mehr Gas gegeben hat, bei Hecktrieblern gibt es leider keine so deutlichen Signale – dann muss man die Lenkung unbedingt gerade halten, die Kupplung treten und allenfalls sanft bremsen oder besser ausrollen, bis das Fahrzeug wieder Straßenkontakt hat. Wer die Lenkung einschlägt, riskiert, dass dieser Kontakt bei eingeschlagenen Rädern entsteht und das Fahrzeug dann natürlich ausbricht. ivd

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