FSK in der Kritik : Altersfreigaben – viele umstrittene Entscheidungen

Seit Jahren wütet die Debatte um die FSK – in der Politik, in den Medien, in der eigenen Familie. Aber wie wichtig ist eigentlich den Jugendlichen eine altersgemäße Freigabe? – wir haben nachgefragt.

Frederik Bahr

Vom 23. bis zum 27. Juli waren Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Berliner Gymnasien beim Tagesspiegel, um in einem Sommerkurs mehr über Journalismus zu erfahren. Die 16- bis 18-Jährigen erlebten Redakteure bei der Arbeit, nahmen an Schreibworkshops teil und recherchierten und verfassten eigene Artikel, zu Themen, die sie sich selbst ausgesucht haben. Hier lesen Sie die Ergebnisse.

„Wieso muss dieser verdammte Film denn erst ab 18 Jahren freigegeben sein?“ - Ein Gedanke, den wohl schon jeder einmal in seiner Jugend gehabt hat und der immer wieder Ausdruck von Wut und unbefriedigten Bedürfnissen ist. Wieso also nicht mal die Jugendlichen nach ihrer Meinung in dieser Debatte befragen? Ich habe mich auf dem Weg zum Potsdamer Platz gemacht und Jugendliche verschiedenen Alters vor dem Hintergrund des aktuellen Batman-Filmes befragt.

FSK – das bedeutet: „Freiwillige Selbstkontrolle der Filmindustrie“. „Freiwillig? Seit wann ist die FSK denn freiwillig?“ fragt sich Paul R. (17). Der Einwand ist gar nicht so unangebracht finden auch die anderen Interviewten.

Auf ihrer offiziellen Internetseite erklärt die FSK das so: „Im Zentrum unserer Arbeit stehen freiwillige Altersfreigabeprüfungen von Filmen und anderen Trägermedien, die in Deutschland für die öffentliche Vorführung und Verbreitung vorgesehen sind. […] Eine gesetzliche Vorlagepflicht besteht nicht, faktisch durchlaufen aber alle in Deutschland im Kino vorgeführten Filme eine FSK-Prüfung.“

Diesen Punkt schönt die FSK aber. Denn jeder ungeprüfte Film schafft es nicht in den Handel und hat damit praktisch sein Todesurteil unterschrieben. Höflich formuliert gleicht die FSK Prüfung also einer „freiwilligen Pflicht“.

„Die FSK ist eben doch nicht so sozial wie sie es angibt zu sein“, freut sich Paul.

Trotz allem sind sich die Befragten einig, dass die FSK sinnvoll zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ist. Kevin S. (14) meint: Ich finde die FSK sinnvoll, da so unsere Eltern eine Vorstellung davon haben was für unser Alter angemessen ist. Letztendlich hängt es dann aber doch von unseren Eltern und nicht von der FSK ab, was wir gucken dürfen.“

Lisa D. (16) stimmt ihm zu: „Ich denke, dass es für viele eher eine Art Orientierungshilfe ist.“

Allerdings gibt sie auch zu bedenken: „Ich finde, die Eltern sollten besser darüber aufgeklärt werden, warum ein Film ab einer Altersstufe freigegeben wird.“

Das wird auf den Filmplakaten oder DVD-Hüllen meist nicht deutlich, obwohl es sich auf der Website der FSK nachlesen lässt.

Ein anderer Streitpunkt unter den Jugendlichen ist, wie angemessen viele Wertungen sind. Lucas H. (18) findet: „Harry Potter 7 Teil 2 ab 12 Jahren herauszugeben war ja wohl eine Unverschämtheit. Der hätte auf jeden Fall eine Freigabe ab 16 gebraucht.“ Auch einige andere Befragte machen sich sorgen, in wie weit sich die FSK vor den Karren der Kinoindustrie spannen lässt.

Jayden H. (17) findet all diese Diskussionen jedoch unsinnig. „Man muss sich doch nur einmal das reguläre TV-Programm angucken, das bietet doch genug makabere Anregungen Tiere und Menschen zu quälen, dass die FSK eh schon überflüssig ist. Die Leute sollten sich lieber mal Gedanken über ihren Medienkonsum machen...“

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