Schule : Großes Drama

Wie die Amerikaner aus der Krise kommen wollen

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Nur auf den ersten Blick klingt es wie ein Erfolg im Jahr 2005: General Motors konnte mit 9,2 Millionen produzierten Personenwagen und Light Trucks seine Position als weltgrößter Hersteller gegenüber Toyota verteidigen (8,2 Millionen). Denn auch die Shows und spektakulären Premieren in Detroit können nicht darüber hinweg täuschen, dass der Marktanteil der großen amerikanischen Marken in den USA inzwischen auf nur noch 56,9 Prozent gesunken ist und weiter abnimmt.

Die Verluste von GM auf dem durch harte Rabattschlachten bestimmten Heimatmarkt sind dramatisch, Entlassungen und Werkschließungen die Folge. Ebenfalls tief in den roten Zahlen steckt Ford, wo Amerika-Chef Mark Fields warnt: „Wir müssen uns ändern oder werden sterben.“ In der Tat stehen mit GM und Ford zwei der früheren „Big Three“ am Rande der Pleite.

Im krassem Gegensatz dazu wächst die Nummer drei: Chrysler, saniert vom inzwischen zum Daimler-Chrysler-Chef avancierten Dieter Zetsche. Von derzeit 2,8 Millionen will man die Produktion bis 2007 auf 4 Millionen Fahrzeuge steigern. Allein Chrysler hat mit amerikanischen Autos in Europa Fuß gefasst. Während ein Blick auf die von GM und Ford in Detroit präsentierten Neuheiten wie den gewaltigen GMC Yukon, den nicht weniger wuchtigen Chevrolet Tahoe Hybrid oder die Ford-Studie Shelby Cobra für Europäer wenig attraktiv ist, sieht das bei Chrysler mit seinen Marken Chrysler, Dodge, Plymouth und Jeep längst ganz anders aus. So ist zum Beispiel Dodge gerade dabei, die Marke mit neuen Modellen in Europa zu etablieren. Neben den Jeeps wie Wrangler, Cherokee und Grand Cherokee, neben dem Van Chrysler Voyager, dem großen Personenwagen Chrysler 300 M und dem Sportwagen Chrysler Crossfire stehen im europäischen Chrysler-Programm ab Juni der Dodge Caliber und von 2007 an der SUV Dodge Nitro.

Die Europa-Versionen der Fahrzeuge werden mit Ausnahme des in allen Varianten bei Karmann entstehenden Crossfire größtenteils bei Magna Steyr in Graz gebaut. Bei den kleinen Benzinmotoren setzt Chrysler dabei immer mehr auf jenen Weltmotor, der gemeinsam mit Hyundai und Mitsubishi entwickelt wurde und 2005 in Produktion ging. Diesel für Europa bezieht man von Mercedes-Benz. Die neben den verschiedenen Chrysler-Marken in wachsender Zahl in Europa angebotenen Chevrolets sind übrigens keine Amerikaner, sondern bis auf wenige Ausnahmen koreanische Daewoo, die seit 2005 in Europa das Chevrolet-Zeichen tragen. ivd

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