Schule : Grundausbildung am Instrument

Die Charlottenburger Schinkel-Grundschule kooperiert mit der Musikschule

Juliane Eichblatt

Neben Lesen, Rechnen und Schreiben heißt es für 160 Kinder der Eosander- Schinkel-Grundschule seit Beginn dieses Schuljahres auch: Singen, Bewegen und Musizieren. In Kooperation mit der Musikschule Charlottenburg-Wilmersdorf ist hier das Projekt „Musaik“ ins Leben gerufen worden, bei dem die Jungen und Mädchen der ersten drei Klassenstufen nicht nur eine musikalische Grundausbildung erhalten, sondern im Anschluss daran auch ein Instrument ihrer Wahl lernen können.

„Wir haben in den vergangenen Jahren beobachtet, dass die Kinder immer mehr abdriften und wenig an sich heran lassen“, sagt Schulleiterin Elisabeth Schultz. Zusammen mit den Elternvertretern entstand schließlich die Idee, die bereits bestehende Zusammenarbeit mit der Musikschule auszubauen. Schulische Lehrkräfte und Musiklehrer unterrichten seither gemeinsam an zwei Stunden in der Woche die Klassenstufen eins und zwei in musikalischen Grundlagen und Sing- und Bewegungsstunden. Im dritten Schuljahr liegt der Fokus dann auf den klassischen Instrumenten, wobei in den ersten drei Monaten zunächst alles nach Herzenslust ausprobiert werden kann.

„Wir möchten allen Kindern eine instrumentelle Grundausbildung ermög lichen“, sagt Rektorin Schultz. Außerhalb der Schulzeit werden die Drittklässler dann in kleinen Grüppchen unterrichtet – am Klavier, Cello, an der Geige oder was eben auch immer gewünscht und an der Schule verfügbar ist. Wer kein Instrument lernen möchte, kann im Chor, Tanz- oder Musiktheater mitmachen.

160 Euro müssen die Eltern pro Kalenderjahr für den neuen musikalischen Schwerpunkt bezahlen, inklusive Leih instrumente und außerschulischer Unterrichtsstunden. Möglich ist das nur, weil schon viel Geld zusammengekommen ist: rund 3000 Euro aus dem Sponsorenlauf der Schule, 1500 Euro vom Kulturfonds des Bezirks sowie noch einmal 8500 Euro vom Bezirk selbst.

„Es macht schon viel Arbeit“, sagt Elisabeth Schultz, „Ich muss ständig Leuten auf die Füße treten und um Geld bitten.“ Der Erfolg ist für die Schulleiterin jedoch schon jetzt sichtbar: „Man merkt deutlich, dass die Kinder viel ausgeglichener sind als vorher. In den Pausen sieht man so viele vor sich hin singen, da hat sich der ganze Aufwand schon gelohnt.“ Juliane Eichblatt

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