Schule : Gute Sicht ist sehr wichtig

Jetzt ist es Zeit für einen kurzen Wintercheck

Ingo von Dahlern

Im Prinzip ist es erfreulich, dass unsere Autos immer zuverlässiger werden und immer seltener zur Wartung in die Werkstatt müssen. Wer aber nur wenig fährt, gerät in Gefahr, dort über viele Jahre gar nicht mehr aufzutauchen. Dann kann es passieren, dass sich in so langer Zeit Mängel einschleichen, die sich zu einer ernsten Gefahr entwickeln können. Defekte Stoßdämpfer zum Beispiel, oder aber nicht mehr exakt eingestellte Fahrwerke nach kräftigen Bordsteinremplern. Zum Glück sorgt hier die Hauptuntersuchung dafür, dass die Autos im Zweijahresrhythmus überprüft werden.

Doch wer sich nicht unnötig gefährden möchte, sollte sein Fahrzeug zumindest im Jahresabstand durchsehen lassen. Zum Beispiel jetzt vor der Wintersaison. Das bewahrt vor bösen Überraschungen oder unerwarteten Pannen. Und angesichts günstiger Pauschalangebote für den Wintercheck ist man dann auf der sicheren Seite. Vor allem, wenn man die erste Wintersaison mit einem neu erworbenen Gebrauchten vor sich hat. Denn wer weiß schon exakt, wie leistungsstark dessen Batterie noch ist, ob der Frostschutz für den Motor ausreicht, ob ausreichend Frostschutz in den Tanks der Scheibenwaschanlage ist, wie es um den Bremsflüssigkeitsstand steht oder ob der Keilriemen ordentlich gespannt ist. Dinge, die man zwar beim eigenen Fahrzeug im Griff hat, aber bei einem neuen Gebrauchten noch kennen lernen muss.

Obwohl moderne Autos Ganzjahresautos sind, gibt es also manchen guten Grund für einen kurzen Wintercheck. Wer mit der Technik seines Autos vertraut ist, kann den natürlich auch selbst in die Hand nehmen. Ein prüfender Blick unter die Motorhaube lässt schnell erkennen, ob alle Flüssigkeitsstände stimmen und wie die Batteriekontakte aussehen. Und mit einem gekonnten Druck erkennt man, ob der Keilriemen ausreichend Spannung hat, mit einem Griff prüft man, ob alle Schläuche noch fest sitzen.

Der Blick unter die Motorhaube lässt auch schnell erkennen, ob der Motorraum nicht zu stark verschmutzt ist. Dann nämlich kann es bei Feuchtigkeit und Kälte Startprobleme geben. Probleme kann es auch geben, wenn Türschlösser, die noch nicht elektrisch entriegelt werden, einfrieren oder Dichtungen von Türen und Kofferraum festfrieren. Ein wenig Graphit im Schließzylinder und Talkum oder Glyzerin an Gummidichtungen bannt diese Gefahr.

Besonders wichtig in der dunklen und kalten Jahreszeit ist gute Sicht. Dazu gehören neben sauberen Leuchten auch außen und innen saubere Windschutzscheiben und einwandfreie Scheibenwischerblättern. Um die aber ist es bei vielen Autos nicht sehr gut bestellt. Denn zu viele Autofahrer setzen die Scheibenwischer auch dann in Betrieb, wenn die Scheiben morgens von dünnen Reifschichten bedeckt sind. Dann reichen schon wenige Minuten, die feinen Wischlippen der Wischerblätter zu ruinieren.

Wenn am Fahrzeug alles stimmt, Frostschutz in der Waschanlage ist, die Beleuchtung einwandfrei funktioniert, die Winterreifen montiert sind und deren Luftdruck richtig eingestellt ist, sollte man noch prüfen, ob das wichtigste Winterzubehör an Bord ist: ein Eiskratzer, ein kleiner Besen für größere Schneemengen und wenn nötig auch ein Fläschchen mit Türschlossenteiser – aber nicht im Handschuhfach, sondern in der Manteltasche.

Damit dürfte das Auto winterfit sein. Das allerdings muss man auch als Fahrzeuglenker sein. Denn in der kalten und nassen Jahreszeit verändern sich die Fahrbahnbedingungen. Gerade in diesen Tagen fordert das nasse Herbstlaub heraus. Deshalb sollte man nun sanfter Gas geben, hektische Lenkmanöver vermeiden, nicht ganz so flott wie gewohnt Kurven umrunden und vor allem mit erheblich verlängerten Bremswegen rechnen. Das bedeutet dass man nun auch einen größeren Sicherheitsabstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen einhalten sollte.

Und wenn die Temperaturen um den Nullpunkt pendeln, muss man nun auch mit unvermittelt auftretendem Glatteis rechnen. Vor allem wenn man aus der Stadt in die Umgebung fährt, ist die Glatteisgefahr groß. Da gibt es regelrechte Glatteisfallen – zum Beispiel Brücken, deren Fahrbahnen auch von unten gekühlt werden.

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