GUTE LEHRER FINDEN : GUTE LEHRER FINDEN

PÄDAGOGEN GESUCHT

Rund 1400 Lehrer muss das Land Berlin in diesem Jahr noch einstellen. Insgesamt liegt der Bedarf 2016 bei 2400 neuen Lehrern, 1000 wurden bereits im Februar eingestellt. Die meisten Lehrer fehlen an Grundschulen. Deshalb werden dort auch Studienräte eingestellt. Im vergangenen August waren unter 732 neu eingestellten Lehrern in den Grundschulen 218 Studienräte.

DISKUSSION UM ZULAGEN

Besonders schwer haben es Grund- und Sekundarschulen in sozialen Brennpunkten, gute Lehrer zu finden. Ausgerechnet sehr gut qualifizierte Pädagogen arbeiten oft nicht dort, bemängelt Manuel Honisch, Sprecher der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft. Stattdessen landen an den Brennpunktschulen häufiger Quereinsteiger. Immer wieder wird deshalb diskutiert, ob es Zulagen für Lehrer geben soll, die an diesen Schulen arbeiten. Dafür setzt sich beispielsweise der Neuköllner SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck ein. Brandenburg plant derzeit eine 300-Euro-Zulage für Lehrerstellen, die mehrfach ohne Bewerber blieben.

ANDERE ANREIZE

Diskutiert werden auch andere Anreize. Kleinere Klassen, weniger Stunden in der Woche, mehr Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter, mehr Zeit für Erziehungsaufgaben und weniger Verwaltung, schlägt Florian Bublys vom Verein „Bildet Berlin“ vor: „Der Senat muss die Rahmenbedingungen schaffen.“

Das Brennpunktschulprogramm, über das Schulen bis zu 100 000 Euro im Jahr zusätzlich bekommen, habe bereits geholfen, die Bedingungen an den Schulen zu verbessern, sagt SPD-Politiker Langenbrinck. Auch in der Ausbildung der Lehrer müssten Änderungen vorgenommen werden und mehr psychologische und sozialpädagogische Kenntnisse vermittelt werden, sagt Heidrun Quandt, Landesvorsitzende beim Verband Bildung und Erziehung. Letztlich müsse die Arbeit in den Brennpunktschulen aber freiwillig geschehen: „Man kann niemanden gegen seinen Willen dorthin bringen.“ jbw/svo

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