HAMBURG UND BERLIN : Schule im Vergleich

GRUNDSCHULE

In Berlin gibt es seit der Nachkriegszeit die sechsjährige Grundschule, sie hat in der Bevölkerung kaum noch Diskussionpotential. In Ausnahmen können Kinder schon nach vier Jahren auf sogenannte grundständige Gymnasien wechseln. Bei der Berliner Schulreform wurde die Dauer der Grundschulen nicht thematisiert. Beim Volksentscheid in Hamburg ging es im Kern um die Frage, ob ab August eine sechsjährige Primarschule eingeführt wird. Nun wird die Grundschule aber wie bisher vier Jahre dauern.

ELTERNWAHLRECHT

Die Zugangsberechtigung zum Gymnasium nach der Grundschule war einer der größten Streitpunkte in Berlin. Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) setzte seinen Standpunkt durch: Die Empfehlung der sechsjährigen Grundschule ist nun nicht bindend. Bei übernachgefragten Schulen entscheidet ab 2011 der Schulleiter über 60 Prozent der zur Verfügung stehenden Plätze. 30 Prozent werden gelost, um die soziale Durchmischung zu fördern.

In Hamburg bleibt beim Elternwahlrecht nun alles beim Alten: Die Schüler bekommen Mitte des vierten Schuljahrs eine Empfehlung für die weiterführende Schule, die Eltern haben jedoch weiterhin das Wahlrecht. Am Ende der sechsten Klasse entscheidet die Zeugniskonferenz über den Verbleib auf dem Gymnasium.

WESENTLICHE

NEUERUNGEN

In Berlin werden die bisherigen Haupt-, Real- und Gesamtschulen in Sekundarschulen umgewandelt. Hier können alle Abschlüsse von der Berufsbildungsreife bis hin zum Abitur erlangt werden. Das Abitur wird in den Sekundarschulen in der Regel nach 13, in den Gymnasien nach zwölf Jahren abgelegt.

In Hamburg wird es nach der Grundschule statt den Haupt-, Real- und Gesamtschulen neben den sechsjährigen Gymnasien siebenjährige Stadtteilschulen geben, die alle Abschlüsse bis zum Abitur anbieten. Dieses zweigliedrige System ist mit dem der Sekundarschulen und Gymnasien in Berlin vergleichbar.

ZIELE DER REFORMEN

In Berlin soll durch die Schulreform die Stigmatisierung schwächerer Schüler verhindert werden. Die Sekundarschulen sollen eine gemischte Schülerschaft anziehen. Durch längeres gemeinsames Lernen soll die Chancengleichheit unabhängig von der sozialen Herkunft erhöht werden, mehr Schülern soll zu höheren Abschlüssen verholfen werden. Die Ziele in Hamburg sind vergleichbar: Die Reform soll mehr Chancengleichheit durch längeres gemeinsames Lernen und bessere Leistungen durch individualisierten Unterricht ermöglichen. pth

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