Schule : Hohe Qualität und neue Motoren

Fiat hat den Stilo überarbeitet / 1,4-Liter-Benziner für den Einstieg und ein flotter Multijet-Diesel

Ingo von Dahlern

Durch und durch ein Qualitätsauto – das war der erste Eindruck, als wir soeben mit dem Fiat Stilo unterwegs waren, dem Fiat zum neuen Modelljahr eine sehr sorgfältige Überarbeitung gegönnt hat. Ein nicht zu unterschätzender Schritt, um die Karriere des Golf-Konkurrenten aus Turin wirksam zu fördern. Auf dem Heimatmarkt konnte der seit seiner Markteinführung in Europa mehr als 350 000 Mal verkaufte Stilo in seiner Klasse inzwischen die Spitzenposition erringen. Und auch im deutschen Straßenbild taucht er nun immer öfter auf. Denn seine Zulassungszahl überschritt inzwischen den Wert von 44 000. Und da die anfangs erheblichen Anlauf- und auch Lieferprobleme für den Stilo inzwischen überwunden sind, sind die Hoffnungen von Fiat, im nächsten Jahr 23 850 Stilo – die Hälfte Limousinen und die andere Hälfte Kombis – auf die deutschen Straßen zu bringen, durchaus fundiert.

Heckbereich nun sehr viel feiner

Denn durch die Überarbeitung hat dieses Auto erheblich gewonnen. Dabei beschränken sich die Veränderungen beim Design hauptsächlich auf Veränderungen im Heckbereich des Stilo, der sowohl beim Fünftürer auch als beim Multi Wagon ein wenig feiner wurde. Doch entscheidender als die eher marginalen Änderungen bei der äußeren Optik sind die Veränderungen im Innenraum des Stilo. Denn sowohl die Limousinen als auch der Multi Wagon erhielten eine neue Innenausstattung, die nun zweifarbig ist und mit helleren Tönen im unteren Bereich des Armaturenbretts und im Bereich des Mitteltunnels für mehr Licht und Helligkeit sorgt. Vor allem aber werden nun neue Werkstoffe eingesetzt. Das reicht von den innen verwendeten Stoffen bis zu den Kunststoffen, mit denen die Armaturenbrettoberfläche antritt und die mit ihrer neuen Struktur den hohen Qualitätsanspruch dieses Autos unterstreichen. Denn der überarbeitete Stilo wirkt nun durch und durch edel. Hinzu kommt die hohe Verarbeitungsqualität, die dazu beiträgt, dass man sich in diesem Auto wohlfühlt.

Doch man hat sich bei der Überarbeitung nicht nur aufs Design und die Innenraumgestaltung beschränkt. Denn unter der Motorhaube des Stilo gibt es künftig auch zwei neue Triebwerke. Das eine ist eine neue Variante des bewährten Fire-Motors, die aus einem Hubraum von 1,4 Liter eine Leistung von 70 kW (95 PS) entwickelt. Dieser Motor ist das neue Einstiegsaggregat in die Stilo-Familie, das sich bei ersten Probekilometern sowohl als erfreulich anzugsstark als auch als recht elastisch erwies und zudem auch durch sein niedriges Geräuschniveau und seine hohe Laufkultur überzeugte. Den Stilo Dreitürer lässt die neue Maschine binnen 12 Sekunden Tempo 100 und maximal 180 km/h erreichen.Der Fünftürer bringt es auf maximal 178 km/h und der Multi Wagon auf 176 km/h. Mit großen Erfolg haben sich die Motorenentwickler bei Fiat bemüht, die Verbrauchswerte des neuen Benziners zu reduzieren. Denn beim Durchschnittsverbrauch liegt der 1,4-Liter bei 6,5 l/100 km – in dieser Klasse ein sehr guter Wert. Und mit 6,8 l und 6,7 l/100 km liegen Multi Wagon und Fünftürer nur unwesentlichen über diesen Werten.

Noch unter diesen Durchschnittswerten liegt das zweite neue Triebwerk – denn das gibt sich beim Dreitürer mit gerade einmal 5,4 l/100 km zufrieden und verbraucht beim Fünftürer und beim Multi Wagon 5,6 l/100 km. Getankt wird für diesen Motor allerdings kein Benzin, sondern Diesel. Denn der zweite neue Motor ist eine besonders kraftvolle Variante des hochmodernen Multijet-Turbodiesels von Fiat, der für die zweite Generation der Common-Rail-Diesel steht. Zu seinen herausragenden Eigenschaften zählt, dass sich beim ihm der Verbrennungsverlauf im Motor durch eine Vielzahl von kleinen Einspritzmengen optimal formen lässt. Ergebnis dieser raffinierten Einspritztechnik sind ein besonders niedriges Geräuschniveau und eine optimierte Verbrennung mit einem Minimum an Schadstoffen und ein beachtliches Leistungsniveau. So bringt es der neue 1.9 Multijet 16V auf eine Leistung von 103 kW (140 PS) und ein höchstes Drehmoment von 305 Nm bei bereits 2000/min.

Ein geradezu sportlicher Anzug

In der Praxis bedeutet das einen geradezu sportlichen Anzug. Denn in nur 9,7 Sekunden erreicht dieser moderne Diesel Tempo 100 und maximal sind beim Dreitürer 203 und beim Fünftürer und beim Multi Wagon 200 km/h möglich. Und auch für schnelle Überholmanöver hat der große Diesel jederzeit ausreichend Energiereserven bereit. So lässt sich der große Diesel ausgesprochen sportlich bewegen und gehört zu den Stilo-Varianten, die besondere Fahrfreude bereiten. Dazu trägt auch das Sechsgang-Schaltgetriebe bei, mit dem übrigens auch das neue Einstiegsmodell ausgestattet ist. Weiter im Programm bleiben die Benziner mit 1,6, 1,8 und 2,4 Liter Hubraum und die beiden Diesel 1.9 JTD mit 59 und 85 kW (80 und 115 PS).

Noch stehen die Preise für den Stilo nicht ganz exakt fest. Für das Einstiegsmodell 1.4 Active als Dreitürer werden es voraussichtlich 14 500 Euro sein und für den entsprechenden Fünftürer 15 300 Euro. Mit 20 450 Euro rechnet man bei Dreitürer des 1.9 JTD Multijet und mit 21 350 beim Fünftürer. Fiat rechnet damit, dass sich der Dieselanteil bei den deutschen Verkäufen, der derzeit bei rund 35 Prozent liegt, durch den neuen Top-Diesel auf etwa 40 Prozent erhöhen wird.

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