Schule : In den Urlaub fahren – aber richtig

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DER SICHERHEITSTIPP

In einer Woche gehen die meisten an den Start – Autourlauber aus Berlin auf dem Weg in die Großen Ferien. Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, das Auto reisefertig und alle Papiere zusammen? Gut. Und wenn Sie jetzt noch etwas vergessen haben – die Grüne Karte zum Beispiel, aktuelle Straßenkarten, neue Navigationssoftware, dann bleiben ja noch ein paar Tage Zeit, das zu korrigieren. Und sicher wissen die meisten auch, wann sie starten. Und auch, wie lang die erste Etappe sein wird. Und hoffentlich muten Sie sich dabei nicht zu viel zu.

Gehören Sie wirklich zu den routinierten Vielfahrern, die regelmäßig Entfernungen von 1000 Kilometern gewissermaßen „am Stück“ fahren. Dann wird ihnen auch eine längere Etappe keine Probleme bereiten. Doch wenn die letzte größere Fahrt die in die Ferien im Vorjahr war, dann sollten Sie genau überlegen, wie viel sie in einem Ritt ohne Risiko für sich, ihre Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer mit guten Gewissen bewältigen können. Denn bei Hitze, Staus, Umleitungen und unbekannten Routen erlahmen bei manchem Fahrzeuglenker die Kräfte schneller als vermutet. Dann kommt es immer wieder zu jenen folgenschweren Unfällen auf den Autobahnen, obwohl diese die sichersten Straßen sind. Doch auch die beste Straße bewahrt nicht vor Ermüdung. Und wenn einen Autofahrer jener berüchtigte „Sekundenschlaf“ überfällt, fehlen in kritischen Situationen genau jene Sekundenbruchteile, die für ein richtiges Reagieren erforderlich gewesen wären.

Je weniger Erfahrung man mit langen Strecken hat, desto wichtiger ist es, dass man ausgeruht an den Start geht. Ebenso wichtig sind regelmäßige Pausen, bei denen man aussteigen, sich die Beine vertreten und den Körper ein wenig strecken kann. Das hilft vor allem, wenn man nicht locker und entspannt, sondern mehr oder weniger verkrampft hinterm Steuer sitzt. Doch viele rechnen solche Pausen nicht mit ein. Kommt auch nur ein kurzer Stau dazwischen, wird es mit der Zeitplanung eng. Zugleich wächst die Unvernunft. Zwar spüren viele, dass sie unaufmerksamer werden, häufiger mit den Augen zwinkern, körperlich unruhiger werden. Dennoch fahren sie weiter, trinken schnell einen Kaffee – und ertappen sich trotzdem dabei, dass sie für ganz kurze Augenblicke schlicht abschalten. Wer bei Tempo 120 für nur eineinhalb Sekunden die Augen schließt, legt in dieser Zeit bereits 50 Meter zurück. Die können in kritischen Situationen über Leben oder Tod entscheiden. Kein Wunder, dass das Einschlafen am Steuer zu den Hauptursachen für tödliche Autobahnunfälle zählt.

Es bringt nichts, mit aller Gewalt eine Fernstrecke bewältigen zu wollen, wenn die Kräfte dafür nicht reichen. Selbst wenn man einen Fähranschluss verpasst oder einen Tag später als geplant am Ziel eintrifft, ist das besser, als mit halb geschlossenen Augen „auf Risiko“ zu fahren. Dann legt man eben eine außerplanmäßige Übernachtung ein – oder wenn das die Urlaubskasse allzu stark belastet, eine längere Ruhepause auf einem Parkplatz. Und mit dem Mobiltelefon macht es meist auch keine besonderen Schwierigkeiten, eine verspätete Ankunft anzukündigen oder auch Tickets umzubuchen. Am besten allerdings ist es, man plant bei längeren Touren zur Sicherheit einen Tag für unerwartete Aufenthalte ein.ivd

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