Schule : „Intelligenz ist formbar“

Ein neues Elterntraining zeigt, wie man zum „Lerncoach“ werden kann

Rita Nikolow

Dass einige Schüler ihre Fähigkeiten besser ausschöpfen als andere, hat mit den Eltern zu tun. „Erziehung kann man nicht outsourcen“, sagt Adolf Timm und zitiert Fernsehmoderator Günther Jauch. Viele Eltern geben ihre Kinder in der Schule ab und erwarteten, dass diese dann nach 13 Jahren mit dem Abitur nach Hause kommen, sagt der 62-jährige Schuldirektor im Vorruhestand. Er möchte die Eltern an ihre Verantwortung erinnern: Sie sollten sich als die „Lerncoaches“ ihrer Kinder verstehen und mir ihrer Erziehung und der richtigen Motivation die Weichen für ein erfolgreiches Schulleben stellen. Besonders wichtig sei es, dass das Kind merke, dass seine „Intelligenz formbar ist“ und es nicht einfach „zu dumm für Mathematik“ ist.

Zusammen mit der Cornelsen-Akademie, dem Fortbildungsinstitut des Cornelsen-Verlags, hat Timm sein Modell eines Elterntrainings zu einem Eltern-Lehrer- Training weiterentwickelt. „Eltern und Lehrer sollen zu Beginn der Grund- oder Oberschule gleich einen guten Kontakt knüpfen“, betont Timm. Eltern sollen so die Schwellenangst vor der Schule verlieren, Lehrer mehr über die Familiensituation der Eltern erfahren. Im Idealfall bahnen die Kurse einen Erziehungs- und Lernvertrag zwischen Eltern, Lehrern und Schülern an.

Die Eltern-Lehrer-Kurse finden in der Schule statt und werden ab diesem Jahr bundesweit angeboten. Sie dauern einen Tag und sind für 30 Teilnehmer, 29 Eltern und den Klassenlehrer, konzipiert. Die Kursgebühr wird von den Teilnehmern bezahlt. Timm rät Schulen dazu, Sponsoren ins Boot zu holen. Die Investition zahle sich aus. Mit der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitnehmerverbände hat der Pädagoge bereits über mögliche Unterstützung gesprochen.

Als Trainer wird Timm zunächst selbst auftreten. Langfristig sollen die Schulen einen Lehrer aus ihren eigenen Reihen zum Kursleiter ausbilden. „Dass Eltern ihre Kinder nicht gut betreuen, ist kein Schichtproblem“, betont Timm. Die erste Berliner Schule, die an seinem Eltern-Lehrer-Training teilnimmt, ist die Helmuth- James-von- Moltke-Grundschule in Charlottenburg. „Wir holen das Eltern-Lehrer-Training in die Schule, um die Zusammenarbeit von Eltern und Schule zu optimieren“, sagt Schulleiterin Birgit Lohmann. Im Mai soll es losgehen. Rita Nikolow

Infos zu Kosten und Terminen sowie Anmeldungen unter Tel. 030/89785-297 oder www.cornelsen.de. E-Mail an: akademie@cornelsen.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben