Interview : „Es kommt auf die richtige Balance an“

Gibt es Tiere, die nur in der Hohen Tatra existieren?

Hier gibt es einzigartige Fleischfresser, etwa Steinadler, Braunbären, Wölfe und Luchse. Auch spezielle Arten von Murmeltieren und Gämsen findet man nur hier. In alten Büchern findet man Aufzeichnungen über Gämsen, die nahe dem Ort Solisko lebten. Dort befindet sich heute ein Skilift. Dadurch wurden sie in höher gelegene Gebiete verdrängt.

Welche Auswirkungen hat der Tourismus?

Es ist eine Frage der Balance zwischen der Belastung durch und den Vorteilen aus dem Tourismus. Wichtig ist auch die natürliche und soziale Tragfähigkeit. Bei einer Befragung von Personen bezüglich der Zufriedenheit mit dem Umfeld würden sie möglicherweise antworten, dass zu viele Touristen diese Gegend besuchen und ihr Wohlbefinden dadurch beeinträchtigt wird. Ein ausgeglicheneres Verhältnis zwischen Mensch und Natur wäre eine Lösung.

Welche Vorteile bringen Touristen?

Einen Vorteil kann man auf der polnischen Seite des Tatra-Nationalparks sehen. Der Park wird als Bildungsstätte genutzt, daraus kann man Gewinn schöpfen, etwa wenn man Eintrittsgebühren für die Besichtigung der Hohen Tatra erhebt. Wenn man die geringen Kosten mit der Anzahl der Besucher multipliziert, kommt man auf einige Millionen Euro. Die Frage ist, ob das Geld wirklich für die Natur genutzt wird. Ich bin sicher, dass die Polen das Geld für neue Wanderwege und Besuchertoiletten ausgeben. Das ist ein gutes Beispiel, wie die Menschen etwas zur Erhaltung des Parks beisteuern.

Die ganze Welt diskutiert über den Klimawandel. Wirkt sich die Veränderung des Klimas im Nationalpark bereits aus?

Es ist denkbar, dass sich die Baumgrenze verschiebt. Aber noch sieht man nichts. Wenn sie sich verschiebt, müssten sich Murmeltiere und Gämsen neue Lebensräume suchen.

Mit Umweltschützer Juraj Svajda vom Tanap Nationalpark sprachen Jule Zenker, Toni Bendler und Luisa Zock

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