Interview mit Projektleiter Heußen : "Schüler bekommen Lust auf den Beruf"

Eduard Heußen ist Projektleiter bei der Zukunftsakademie Gropiusstadt.
Eduard Heußen ist Projektleiter bei der Zukunftsakademie Gropiusstadt.Foto: privat

Herr Heußen, Sie arbeiten bereits seit einigen Jahren in der Schulentwicklung, auch in Gropiusstadt. Was haben Sie dabei gelernt?

Viele Lehrer haben den Eindruck, dass sie mit ihren Problemen allein gelassen werden. Ich will ihnen zeigen, dass es Perspektive und Unterstützung gibt.

Weshalb wollen Sie damit gerade in der Gropiusstadt ansetzen?

Das hängt natürlich in erster Linie mit meinem Auftraggeber, der Degewo, zusammen. Was für mich zählt, ist: Die Qualität der Schulen ist ein wichtiger Standortfaktor für Wohngebiete. Die Familien wollen, dass ihre Kinder eine Zukunftsperspektive haben. Sonst ziehen sie mit ihren Kindern weg.

In Berlin bricht rund ein Drittel der Azubis die Ausbildung ab. Woran liegt das?

An der mangelhaften Vorbereitung. Die Jugendlichen wissen zu wenig von der beruflichen Welt und welche Fähigkeiten sie mitbringen müssen. Oft fallen Wunsch und Wirklichkeit auseinander.

Wo wollen Sie nach Ablauf des Projekts in drei Jahren stehen?

Wir wollen bleibende Strukturen zwischen den Schulen und den Unternehmen schaffen, so dass sie ihre Zusammenarbeit selbst in die Hand nehmen können.

Was haben die Schüler davon?

Unser Ziel ist: Die Schüler bekommen Lust auf den Beruf oder das Abitur. Sie erkennen, dass sie eine realistische Perspektive haben und dass es sich lohnt, sich anzustrengen.

Eduard Heußen, 62, ist selbstständiger Unternehmensberater und Projektleiter der Zukunftsakademie Gropiusstadt. Mit ihm sprach Franziska Felber.

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