Schule : Jetzt kommen Rußpartikelfilter ohne Additive

BMW, Mercedes-Benz und Opel werden ihre neuen Systeme zur Abgasreinigung nur für die großen Dieselmotoren anbieten

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Partikelfilter oder nicht – die Debatte über die Abgasreinigung von Dieselmotoren hat in den letzten Wochen oft geradezu bizarre Züge mit zum Teil unverantwortlicher Panikmache angenommen. Es wird Zeit, dass sie wieder auf den Boden verlässlicher technischer Gegebenheiten zurückgeführt wird. Und die in diesen Tagen veröffentlichten Informationen dreier deutscher Autohersteller lassen hoffen, dass man auf einem vernünftigen Weg ist.

Denn BMW, MercedesBenz und Opel haben jetzt Rußpartikelfilter entwickelt, die den von PSA Peugeot/Citroën und Fiat eingesetzten FAP-Systemen in drei entscheidenden Punkten überlegen sind. Denn alle drei neuen Systeme benötigen zum Abbrennen der im Filter gesammelten Rußpartikel keine Additive, wie das bisherige Peugeot-System. Damit entfallen bei allen Systemen teure Wartungskosten für die Reinigung oder den Austausch von Teilen des Systems und das Nachfüllen der Additive. Und mit allen drei Systemen sind die deutschen Anbieter auch in der Lage, die strengen Grenzwerte der europäischen Abgasnorm EU4 einzuhalten. Das ist vor allem interessant mit Blick auf die Stickoxidemissionen, bei denen Peugeot derzeit noch Probleme hat.

Allerdings ist absehbar, dass auch Peugeot und Ford, die bei Dieselmotoren und damit natürlich auch der Entwicklung von Abgasreinigungssystemen kooperieren, ebenfalls schon bald Systeme anbieten können, die ohne Additive auskommen und ebenfalls der EU4 gerecht werden.

BMW und Opel werden ihre Systeme von Anfang 2004 an bei den Motoren einsetzen, die auf Grund ihrer Größe nicht in der Lage sind, die Bestimmungen der Abgasnorm EU4 zu erfüllen. Mercedes-Benz wird sein System sogar schon vom Oktober an anbieten – zunächst für die CDI-Motoren der C-Klasse und E-Klasse, in der sich 85 Prozent der Käufer (C-Klasse) und 50 Prozent (E-Klasse) bislang für die besonders sparsamen Diesel entschieden, die damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen leisten. Im nächsten Jahr wird das Mercedes-System dann auch für die größeren Sechszylinder verfügbar.

Das Mercedes-System wird für 580 Euro angeboten, was zusammen mit der Erfüllung der EU4 dazu führt, dass man für solche Fahrzeuge eine Steuerersparnis erhält, die die Kosten für das System erheblich reduziert.

Bei den kleineren Dieseln setzen Unternehmen wie zum Beispiel Opel und Volkswagen auf die unter technischen Aspekten beste Lösung – die Partikel durch eine optimierte Verbrennung gar nicht erst entstehen zu lassen, sie also an der Quelle der Entstehung zu vermeiden. Auf diesem Weg ist es zum Beispiel Mercedes-Benz gelungen, bei seinen modernen CDI-Turbodieseln die Partikelemissionen seit 1995 um rund 87 Prozent zu senken. Ähnliche Größenordnungen erreichen auch andere Unternehmen. Deshalb wird man bei kleinen Dieseln, die ohne Partikelfilter die EU4-Norm erfüllen, angesichts der weitgehenden Eliminierung der Partikel auf zusätzliche Filter verzichten – ein Weg, wie er übrigens auch von Peugeot beschritten wird, wo auch Diesel ohne Filter angeboten werden. ivd

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