Jugendliche entwerfen nachhaltige Produkte : Basteln für die Umwelt

Jugendliche sind an nachhaltigem Konsum interessiert - doch in der Praxis achten sie doch eher auf den Preis. Jetzt konnten sie in einem Wettbewerb nachhaltige Produkte entwickeln.

Levi Penell
Ein Kronleuchter, entwickelt aus alten Autoteilen.
Ein Kronleuchter, entwickelt aus alten Autoteilen.Foto: Tagesspiegel

Jugendliche und junge Erwachsene sind sehr interessiert am Thema Konsum und Nachhaltigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie des Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Schufa-Bildungsinitiative "WirtschaftsWerkstatt". Befragt wurden über 500 Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren. Davon gaben 60 Prozent an, dass sie sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Ebenso ist die Mehrheit auch bereit, ihren Konsum für einen nachhaltigeren Lebensstil einzuschränken.

So viel zur Theorie. Überträgt man das ganze in die Wirklichkeit, will jedoch nur eine sehr geringe Anzahl der jungen Erwachsenen tatsächlich großen Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz legen, wenn sie etwas kaufen - wichtiger ist laut der Studie immer noch der Preis eines Produktes.

Im Rahmen der Umfrage veranstaltete die Wirtschaftswerkstatt zudem noch ein Wettbewerb. Hier waren Schulen und Universitäten aufgerufen, Ideen für nachhaltige Produkte zu entwickeln, wobei das Ganze allerdings günstig bleiben sollte. Unter anderem wurde von Studenten der Universität Potsdam ein Kronleuchter aus alten Fahrradreifen und -ketten entwickelt. Der erste Preis bei den Studenten ging an die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde mit einer isolierenden Flaschenkühltasche, die für Festivals gedacht ist und aus recyceltem Material hergestellt werden soll.

Preisträger in der Schülerkategorie ist das Bildungszentrum Müritz mit der Idee, alte Autoanschnaller zu einem Schlüsselbrett umzufunktionieren. Die acht teilnehmenden Gruppen hatten die Chance auf ein Preisgeld in Höhe von jeweils 500 Euro. Falls ein Produkt tatsächlich Käufer findet, überlegt die Schufa, das Projekt noch einmal zusätzlich finanziell zu fördern.

Wie man Jugendliche und jungen Erwachsene zu mehr Nachhaltigkeit bewegen kann, auch ohne dass die Entwürfe in Massenproduktion gehen, blieb allerdings offen. Zwar wurde die Idee,  den Interessierten lediglich per Video zu zeigen, wie sie die Produkte selber basteln können, vielfach aufgegriffen. Doch wirklich neu ist das nicht - im Netz finden sich bereits viele Anleitungen dieser Art, meist unter dem Schlagwort "DIY", die Kurzform für "Do it yourself".

 

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