Schule : Kia Opirus 3.5 V6

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Es war dunkel, als unser Mitfahrer einstieg. So nahm er nicht wahr, in welchem Auto er es sich bequem machte. Das allerdings tat er mit viel Genuss. Denn das Platzangebot war ebenso großzügig, wie in der von ihm gefahrenen EKlasse. Und mit sicherem Griff betätigte er die elektrische Sitzverstellung. Doch dann stutzte er. Obwohl wir den Motor angelassen hatten und bereits unterwegs waren, konnten wir uns weiterhin leise unterhalten, denn der 3,5-Liter-V6 flüsterte kaum hörbar, während der Wagen zügig beschleunigte. „Was ist das denn für ein Auto?“. „Ein Kia“, anworteten wir kurz, „ein Opirus, um genau zu sein.“ „Kommt mir aber fast so vor wie ein Mercedes.“

Die Überraschung war gelungen. Denn bei Dunkelheit erinnerte vieles an die Autos aus Stuttgart. Edle Materialien, Echtholz-Applikationen, eine ausgesprochen solide Verarbeitung – der Opirus ist Premium durch und durch. Dieser Eindruck bleibt auch, wenn man bei Tageslicht erkennt, dass der Opirus doch aus anderen Regionen als Schwaben kommt. Das gilt insbesondere auch für die äußere Optik mit dem ein wenig zu massiv geratenen Grill.

149 kW (203 PS) leistet der 3,5-Liter-V6, der bei 3500/min sein höchstes Drehmoment von 298 Nm liefert. Das reicht für den Spurt auf Tempo 100 binnen 9,2 Sekunden und für maximal 220 km/h – verglichen mit manchem europäischen Konkurrenten ist das zwar zurückhaltend. Aber es macht Freude, die souveräne Kraftentfaltung dieses kultivierten V6 zu erleben, zu spüren, wie er die Kräfte für ein flottes Überholmanöver aktiviert, wobei die Gangwahl eine Fünfgang-Automatik übernimmt.

Viel Aufwand getrieben hat man beim Fahrwerk, das sich nicht nur sehr komfortabel zeigt, sondern auch fahrsicher und durchaus nicht abgeneigt, mit einer flotteren Gangart fertig zu werden. Kia hat hier keine Mühe gescheut, setzt auf Doppelquerlenker vorn und eine Mehrlenkerachse hinten und eine elektronische Dämpferverstellung. Und es fehlt weder an der Fahrdynamikregelung ESP noch an einer Traktionskontrolle noch am ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung. Und für ein Optimum an passiver Sicherheit sorgen unter anderem acht Airbags und aktive Kopfstützen.

Komplett zeigt sich der bequeme Fünfsitzer auch bei der Komfortausstattung – von der Zweizonen-Klimaautomatik über Regen- und Lichtsensor bis zum aufwändigen Audio- und Navigationssystem. Und wenn man dann den Preis von 37 850 Euro erfährt, ist man selbst als Europäer nicht abgeneigt, es mit diesem Oberklasse-Koreaner einmal zu versuchen. ivd

Kia Opirus 3.5 V6 EX

149 kW (203 PS), 0–100 km/h: 9,2 s Höchstgeschwindigkeit 220 km/h,

11,4 l/100 km, 37 580 Euro. Foto: ivd

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