Schule : Kia will hoch hinaus

Mit dem Opirus wagt man in Europa den Sprung in die gehobene Klasse

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Kia Opirus – das ist ein Auto, das uns vom ersten Augenblick an überrascht hat. Nicht etwa, weil die koreanische Marke Kia hiermit den Sprung in die gehobene Klasse wagt. Denn dort ist sie im Mutterland bereits seit einem guten Jahrzehnt gut etabliert Überrascht hat uns vielmehr, wie dieses Auto auftritt, das es mit der gut positionierten europäischen Konkurrenz aufnehmen möchte. Denn dieser Auftritt ist ausgesprochen solide und seriös.

Denn der Opirus ist alles andere als nur ein aufgeblasenes Allerweltsauto aus Fernost, sondern ein Produkt, das ohne weiteres das Attribut Premium für sich reklamieren darf. Denn es zeigt sich bereits bei der ersten Begegnung als durchweg sehr gut verarbeitet, frei von gerne benutzten Billiglösungen bei Werkstoffen und Oberflächen und auch ansprechend im Design – wobei das natürlich weitgehend Geschmackssache ist.

Unverkennbar ist allerdings, dass man manche bewährte Lösung der europäischen Konkurrenz fast original übernommen hat – etwa bei der elektrischen Betätigung für die komfortablen Sitze, die bei bekannten Stuttgarter Modellen kaum anders aussieht. Doch das sind Details, denn die Gesamtlinie zeigt durchaus einen eigenen Charakter, auch wenn der mangels ausreichender Vorbilder aus dem eigenen Haus erst noch zu seiner endgültigen Form finden muss. Das scheint uns auch beim Kühlergrill nötig, der so, wie er sich gibt, irgendwie zu grob geraten ist.

Unter der Motorhaube des Kia Opirus geht ein 3,5Liter-V6 zu Werke, der 149 kW (203 PS) leistet und bei 3500/min sein höchstes Drehmoment von 298 Nm liefert. Das reicht für den Spurt auf Tempo 100 binnen 9,2 Sekunden und maximal 220 km/h – verglichen mit manchem europäischen Konkurrenten ist das etwas zurückhaltend. Aber es macht Freude, die souveräne Kraftentfaltung dieses kultivierten V6 zu erleben, mit kaum hörbaren Motorgeräusch über Autobahnen und Landstraßen zu gleiten und beim spontanen Tritt aufs Gaspedal zu spüren, wie zügig diese Maschine Energien für ein flottes Überholmanöver aktiviert. An die Antriebsräder gelangen die über ein Fünfgang-Automatikgetriebe, das man auch sequenziell mit der Hand schalten kann.

Viel Aufwand getrieben hat man beim Fahrwerk, das sich nicht nur sehr komfortabel zeigt, sondern auch fahrsicher und durchaus nicht abgeneigt, mit einer flotteren Gangart fertig zu werden. Kia hat hier keine Mühe gescheut, setzt auf Doppelquerlenker vorn und eine Mehrlenkerachse hinten und eine elektronische Dämpferverstellung. Und es fehlt weder an der Fahrdynamikregelung ESP noch an einer Traktionskontrolle noch am ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung. Und für ein Optimum an passiver Sicherheit sorgen unter anderem acht Airbags und aktive Kopfstützen.

Komplett zeigt sich der bequeme Fünfsitzer auch bei der Komfortausstattung – von der Zweizonen-Klimaautomatik über regen- und Lichtsensor bis zum aufwändigen Audio- und Navigationssystem. Und wenn man dann den Preis von 36 600 Euro betrachtet, ist man selbst als Europäer nicht abgeneigt, es mit diesem neuen Spitzen-Koreaner einmal zu versuchen. ivd

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