Schule : Klassenziel bis 2016

Was SPD und CDU sonst noch beschlossen haben

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GEMEINSCHAFTSSCHULEN

Wenn eine Schule will, kann sie künftig Gemeinschaftsschule werden – sofern Schulkonferenz und Bezirk zustimmen. Obwohl die CDU stets vor „Einheitsschulen“ warnte und noch letztes Jahr in Reinickendorf eine Gemeinschaftsschule verhinderte, war sie jetzt zu dieser offenen Formulierung bereit. Die Pilotphase soll weitergeführt und wissenschaftlich evaluiert werden, auch die Ausstattung soll in vollem Umfang beibehalten werden.

AUFNAHMEVERFAHREN

Das Aufnahmeverfahren an den Oberschulen soll „weiterentwickelt“ werden, um mehr Wohnortnähe und eine bessere Schülermischung zu erzielen. Letzteres kann nur erreicht werden, wenn weniger Schulen ihre Schüler nach NC auswählen – was in der Vereinbarung so aber nicht explizit steht. Eltern wird auch interessieren, dass eine rechtssichere Geschwisterkindregelung eingeführt werden soll. Härtefallkontingente wird es weiter geben.

HORTKINDER

Die besondere Bedarfsprüfung für den Hort soll wegfallen, um die Lücke bei der außerschulischen Förderung in den Klassen 5 und 6 zu schließen. Hier soll Geld für Räume und Personal aufgebracht werden, sagte Mark Rackles (SPD). Vor kurzem war das Volksbegehren für Hortkinder an zu wenigen Unterschriften gescheitert – den Initiatoren war aber zugute gehalten worden, das Thema auf die Agenda gebracht zu haben. „Die großen Fragen sind nun, wie die Personalausstattung aussieht  und wann die gesamte Bedarfsprüfung wegfällt“, sagte der Initiator des Volksbegehrens, Burkhard Entrup.

BEHINDERTEN–INTEGRATION

Dieser Bereich ist neben dem der Hortbetreuung und den Sekundarschulen in Brennpunktbezirken derjenige, in den mehr Geld als bisher fließen soll, sagte Rackles. Künftig sollen auch die Gymnasien, die bisher nicht eingebunden waren, behinderte Schüler in ihren Unterricht integrieren. Vorerst werde zwar nur an ein bis zwei Gymnasien pro Bezirk gedacht. Diese müssen dann aber behindertengerecht umgebaut werden.

POELCHAU–SCHULE

Die asbestbelastete Poelchau-Oberschule in Charlottenburg, eine Eliteschule des Sports, soll „zügig“ auf das Gelände des Olympiaparks umziehen: „Die Koalition stellt den Umzug der Schule mit einem Baubeginn im Jahr 2013 sicher“, heißt es. Er freue sich, dass erstmalig ein Datum genannt werde, sagte Schulleiter Rüdiger Barney. Er sei allerdings skeptisch, ob der Zeitplan eingehalten werden könne - schließlich sei noch nicht mit der Ausschreibung begonnen worden. Zudem bleibe unklar, wie die Schule angesichts des Bauzustandes in den nächsten Jahren ihren Betrieb aufrechterhalten solle. Im jetzigen Gebäude könne sie bis zur Fertigstellung des Neubaus nicht bleiben.

SEKUNDARSCHULEN

Insbesondere in sozial benachteiligten Stadtteilen soll die Anzahl der im gebundenen Ganztagsbetrieb arbeitenden Sekundarschulen um zwei weitere pro Bezirk erhöht werden.

GRUNDSCHULEN

Pro Bezirk sollen zwei gebundene Ganztagsschulen auf freiwilliger Grundlage dazukommen. Ob jahrgangsübergreifend gelernt werden soll, entscheidet künftig die Schulkonferenz.

GRUNDSTÄNDIGE GYMNASIEN

Die grundständigen Gymnasien mit ihrer jetzigen Anzahl von fünften Klassen erhalten Bestandsschutz – trotz allgemeinen Schülerrückgangs. Darauf legte die CDU Wert, was Verhandlungsführerin Monika Grütters betonte. Patricia Hecht

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