Kommentar : Der Senat ist nicht manöverfähig

Der Senat wollte die Gemüter vor dem angekündigten Streik beruhigen und erreicht mit seinen Vorschlägen zur Kompensation der Arbeitszeitkonten das Gegenteil.

Susanne Vieth-Entus

Ein großer Wurf sieht anders aus: Mit heißer Nadel haben Finanzsenator Nußbaum und Bildungssenatorin Scheeres der Öffentlichkeit eine wilde Mischung aus Vorhaben präsentiert, die angeblich den Lehrerberuf attraktiver machen sollen, tatsächlich aber neuen Ärger heraufbeschwören werden.

Anstatt offen zu sagen, dass man aus finanziellen Gründen nichts anderes zu bieten hat als die überfällige Wiedereinführung der Altersermäßigung, versuchen die großen „Strategen“ in den Senatsverwaltungen durch ein angebliches Acht- Punkte-Paket etwas vorzutäuschen, was es nicht gibt, nämlich eine überzeugende Kompensation für die Arbeitszeitkonten.

Wie ungeschickt insbesondere Scheeres agiert, zeigt sich nicht nur daran, dass sie es versäumt hat, die eigene SPD-Fraktion mit auf den Weg zu nehmen, sondern auch daran, dass sie sich ausgerechnet am Vortag eines Warnstreiks neuen Ärger einhandelt, indem sie verkündet, die Präsenztage der Lehrer auszuweiten.

Sollte der Senatorin etwa niemand gesagt haben, dass diese Präsenztage einst zurückgenommen worden waren, um die Erhöhung der Arbeitszeit wenigstens ansatzweise auszugleichen? Ein ungeschickteres Manöver war an diesem Montag kaum denkbar.

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