Kommentar : Kein Anschluss in Berlin-Mitte

Die Sanierung der Koppen-Grundschule ist eine Fehlplanung. Wer daran schuld ist, bleibt unklar.

von

Die Wahlen werfen ihre Schatten voraus – auch auf Bezirksebene. So wie die Spitzenkandidaten Wowereit, Künast, Henkel und Co zurzeit alles tun, um Negativschlagzeilen kurz vor der Entscheidung möglichst zu vermeiden, so drücken sich auch die Bezirksfürsten um unliebsame Botschaften, die das Wählervolk zu ihren Ungunsten beeinflussen könnten.

Wie anders wäre es sonst zu erklären, dass das Bezirksamt Mitte partout nicht klären möchte, wer die Verantwortung für eine Fehlplanung bei der Gebäudesanierung der Koppen- Schule trägt? Vergangenen Dienstag musste ein frisch renoviertes Nebengebäude der Schule nur wenige Wochen nach Inbetriebnahme geschlossen werden, weil gegen Brandschutzbestimmungen verstoßen worden war.

Nun kann man natürlich darüber fachsimpeln, ob es nicht ein wenig übertrieben ist, die beiden dort untergebrachten Klassen sofort auszuquartieren und sie in die Horträume des Hauptgebäudes zu quetschen. Man kann auch fragen, ob die Brandschutzbestimmungen überzogen sind. Und gewiss möchte man wissen, wer bei der Inbetriebnahme des Nebengebäudes im Juli etwas verschlafen hat.

Schade nur, dass man keine Antworten bekommt. Denn Petra Schrader, die Schulstadträtin von der Linkspartei, hat es innerhalb einer Woche noch nicht geschafft, die Versäumniskette nachzuvollziehen. Und der Baustadtrat der SPD, Ephraim Gothe, will sich gar nicht äußern. Aber vielleicht erfährt man ja nach den Wahlen mehr – wenn die beiden Amtsträger dann wieder mit von der Partie sind. sve

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben