Kommentar : Volksverdummung à la CDU

Die CDU findet es dramatisch, dass es in Berlin immer weniger Lehrer gibt. Dass auch die Zahl der Schüler sinkt, verschweigen die Strategen.

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Dass man mit einer Statistik alles belegen kann und sogar das Gegenteil, ist hinlänglich bekannt. Die CDU hat in der vergangenen Woche vorgemacht, wie dieses Spielchen mit Graphiken funktioniert. Als Wahlkampfbeitrag wollten CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel und sein schulpolitischer Sprecher Sascha Steuer die "dramatischsten Fehlentwicklungen der letzten fünf Jahre" bilanzieren und lenkten das geschätzte Interesse der Öffentlichkeit auch auf die angeblich leicht gesunkene Lehrerzahl. Dass in diesen fünf Jahren auch die Zahl der Schüler erheblich sank – dieser Sachverhalt wurde nicht mitgeliefert. Woraus zu schließen wäre, dass die CDU entweder zu faul zum Recherchieren ist, oder sich nicht die "dramatische" Botschaft verderben lassen wollte. Wen wundert es da noch, dass der Spitzenkandidat auf seinen Wahlplakaten gegen einen "JüL-Zwang" protestiert, den es so gar nicht mehr gibt. Schließlich können die Schulen alternative Konzepte einreichen. So fängt man Wähler, die keine Ahnung haben. Aber reicht das für den Sieg? sve

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