Kommentar zum Schulstreik : Wer sich zuerst bewegt

Vielen streikenden Lehrern geht es nicht um die Verbeamtung, sondern um die Gleichstellung. Wenn sich der Senat nicht auf sie zu bewegt, dürfte es zu bald zu weiteren Streiks kommen.

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Sie sind viele und es werden mit jeder Einstellungsrunde mehr: Die angestellten Lehrer in Berlin stellen mittlerweile schon fast 30 Prozent des pädagogischen Personals. Anders als ihre verbeamteten Kollegen dürfen sie streiken – und das haben am Montag auch mehr als erwartet getan. Was, wenn sie einmal an neuralgischen Schultagen, etwa bei Abiturprüfungen streiken, hört man schon die mehr oder weniger unverhohlene Drohung. Den Senat würde ein solches Szenario wahrscheinlich unter Zugzwang setzen. Wahrscheinlich ist aber auch, dass so das Wohlwollen der Eltern, die derzeit noch mehrheitlich Verständnis zeigen, verspielt würde.

Dass der Arbeitskampf, bei dem es ja eigentlich um Forderungen für alle Angestellten der Länder geht, gerade in Berlin so viele mobilisiert, liegt an der besonderen Situation, die es so in keinem anderen Bundesland gibt: dass in den Lehrerzimmern Angestellte und Beamte nebeneinander sitzen, mit unterschiedlichen Einkommen und Sozialleistungen. Dabei geht es vielen gar nicht um Verbeamtung um jeden Preis – sondern um Gleichbehandlung. Und wenn sich der Senat nicht bald bewegt, werden die Lehrer gehen – wenn nicht in ein anderes Bundesland, dann doch wieder auf die Straße.

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