Schule : Kompakter Audi im Golf-Format

Im April kommt die zweite Generation des Audi A3

Ingo von Dahlern

Auf die fünfte Generation des Golf müssen wir zwar noch ein wenig warten. Doch seine Plattform taucht schon vor seinem Erscheinen immer öfter auf. Das gilt für den erst vor wenigen Wochen erstmals gezeigten kompakten Minivan Touran als ersten Vertreter der neuen Golf-Familie. Und das gilt vor allem auch für den ersten Audi in der Golf-Klasse – den Audi A3, dessen erste Generation 1996 auf die Straßen rollte und dessen zweite bereits im April antreten wird. Sportlichkeit und Dynamik soll der neue Dreitürer zeigen, der in seinen Dimensionen rundum zugelegt hat, denn mit 4,20 Meter ist er gut fünf Zentimeter länger, mit knapp 1,77 Meter Breite drei Zentimeter breiter und der Radstand nahm um sechseinhalb Zentimeter auf nunmehr knapp 2,56 Meter zu. Nur in der Höhe gab es keinen Zuwachs, denn die ist mit 1,42 Meter um einen Zentimeter geringer ausgefallen. Das bedeutet neue Proportionen für die zweite Generation des A3, die nun sehr viel gestreckter wirkt als das bisherige Modell und fast schon in der Linie eines flotten Coupés antritt. Eines Coupés allerdings, das seinen Passagieren bei einer tiefer gelegten Sitzposition nicht nur vorn sondern auch hinten überraschend viel Kopffreiheit bietet und bei Knie- und Ellenbogenfreiheit gegenüber dem Vorgänger deutlich zugelegt hat.

Optisch ist der neue A3 unverkennbar ein Vorbote der künftigen Richtung des Audi-Designs mit wuchtigen großen Kühlern, wobei der A3 allerdings immer noch auf den durch einen horizontalen Steg getrennten Doppelgrill setzt, dessen beide Hälften bei der neuen Generation des Audi A6 erstmals zu einem Grill zusammenwachsen dürften. Dynamik im Detail steckt in den Scheinwerfern mit ihrer leicht geschwungenen oberen Kante ebenso wie in den leicht ausgestellten Radhäusern und der Pfeilung der Frontpartie. Dennoch gibt sich auch der neue A3 optisch sehr viel zurückhaltender als etwa seine italienischen oder französischen Konkurrenten. Aber das gehört zum Ingolstädter Stil, dem auch dieses neue Modell in seiner Grundlinie treu bleibt. Und mit manchem Detail, wie den runden Luftdüsen in Aluminiumoptik nimmt es Elemente auf, die bislang dem Audi TT vorbehalten waren.

Als Vorbote des neuen Golf in der Technik setzt der neue A3 auf ein neu entwickeltes Fahrwerk mit einer verbesserten McPherson-Federbeinachse vorn und einer völlig neu entwickelten Vierlenker-Konstruktion hinten. Dieses Fahrwerk ist konsequent auf sportliches Handling und hohe Fahrstabilität ausgelegt und soll zugleich einen Fahrkomfort bieten, wie man ihn erst in höheren Klassen erwarten darf. Audi stattet den neuen A3 mit 16 oder 17 Zoll messenden Leichtmetall-Rädern sowie einer gegenüber dem Vorgänger verstärkten Bremsanlage aus und setzt zudem erstmals eine geschwindigkeitsabhängige elektromechanische Servolenkung ein, die einen besonders guten Straßenkontakt vermitteln soll.

Der hohe Aufwand für das Fahrwerk ist durchaus berechtigt, denn die Motorenpalette des neuen A3 reicht vom 1,6-Liter-Basistriebwerk mit 75 kW (102 PS) bis zum 3,2-Liter V6 mit 177 kW (241 PS) und einem höchsten Drehmoment von 380 Nm, der im Laufe des Sommers als Top-Motorisierung eingeführt wird und den kompakten Audi bis zu 245 km/h schnell machen soll und bereits im Audi TT eingesetzt wird. Als dritter Benziner steht der bereits aus dem Audi A4 bekannte Benzin-Direkteinspritzer 2.0 FSI mit einer Leistung von 110 kW (150 PS) zur Wahl. Und neben den drei Benzinern gibt es zwei Diesel – den 1,9-Liter-TDI mit einer Leistung von 77 kW (105 PS) und den neu entwickelten 2,0-Liter-TDI, der nun einen Vierventil-Zylinderkopf hat und 103 kW (140 PS) leistet. Audi bietet den A3 sowohl als reinen Fronttriebler als auch als Quattro mit permanentem Allradantrieb an. An die Antriebsräder gelangen die Kräfte der verschiedenen Aggregate je nach Motorvariante über handgeschaltete Fünf- und Sechsganggetriebe sowie eine Tiptronic. Und für die stärksten Benziner und Diesel setzt Audi erstmals das neue Direktschaltgetriebe DSG mit Doppelkupplung ein – ein automatisiertes sequenzielles Schaltgetriebe mit innovativer Kraftübertragung, die blitzschnelle Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung erlaubt und sich auf Wunsch auch im Automatikmodus betreiben lässt. Da dieses Getriebe ohne Drehmomentwandler auskommt, verbraucht es nicht mehr als jedes ganz normale Schaltgetriebe. Verfügbar sein wird das DSG etwa ab Jahresmitte.

Wie schon den Vorgänger gibt es auch die zweite Generation des Audi A3 in den drei Ausstattungslinien Attraction, Ambition und Ambiente, die es erlauben, jedem A3 seinen ganz besonderen Auftritt zwischen charaktervoll, sportlich und exklusiv zu geben. Zur Serienausstattung bereits bei der Ausstattung Attraction gehören die Easy-Entry-Funktion für die Vordersitze, elektrische Fensterheber vorn und eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und ein höhenverstellbarer Fahrersitz. Erstmals in dieser Klasse gibt es auf Wunsch auch eine Heizung für die Sitze im Fond.

Serienausstattung für alle A3 sind neue Vordersitze mit crashaktiver Kopfstütze und das Kopfairbagsystem Sideguard sowie die Fahrdynamikregelung ESP. Zu den zahlreichen Sonderausstattungen gehören hochwertige Audio-Anlagen, auf Wunsch auch mit Bose-Soundsystem, eine für Fahrer und Beifahrer getrennt regelbare Komfortklimaautomatik, Navigationssysteme wahlweise auch TV-Tuner und ein leicht zugänglich im Handschuhfach des Wagens untergebrachter CD-Wechsler.

Der Kofferraum des neuen Audi A3 fasst 350 Liter und verfügt über eine Durchladeeinrichtung mit herausnehmbaren Skisack, die selbst für zwei Snowboards tauglich ist. Und den Anspruch des A3, in Sachen Ausstattung neue Trends für das Premium-Kompaktsegment zu setzen, unterstreichen solche Details wie die automatische Aktivierung des Fahrlichts. Viele technische und Ausstattungselemente, die Basis für den Erfolg auch der zweiten Generation des A3 sein können, die eine nicht unbeachtliche Vorgabe erfüllen muss – denn der erste A3 rollte in immerhin 870 000 Exemplaren von den Bändern.

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