Konjunkturpaket : Nach 70 Jahren eine Turnhalle

Wie Französisch-Buchholz vom Konjunkturpaket profitiert.

Werner Kurzlechner

Die Grundschule in Französisch-Buchholz bekommt dank des Konjunkturpakets der Bundesregierung nun wohl endlich die ersehnte Turnhalle. Seit mehr als 70 Jahren muss sich die Schule mit Provisorien behelfen – sehr zum Leidwesen ganzer Generationen von Schülern und Lehrern. Nun will Pankow drei Millionen Euro an Bundesmitteln für das Vorhaben beantragen, für das eine Elterninitiative seit Monaten intensiv kämpft.

Die Empörung war vor allem deshalb immer größer geworden, weil seit Jahren 800000 Euro zweckgebunden vorhanden sind: Diesen Betrag hatte ein Investor im Zuge einer anderen Baumaßnahme bereitstellen müssen.

In die Freude mischt sich allerdings Unmut über eine mögliche Verschwendung. „Die vom Bezirksamt kalkulierten Kosten sind ein Skandal“, wettert der SPD- Abgeordnete Ralf Hillenberg, Schirmherr der Initiative und Bauunternehmer. Es sei möglich, die Halle für eine Million Euro weniger zu bauen als veranschlagt. Baustadträtin Christine Keil (Linke) argumentiert, die Kalkulation entspreche den in Berlin üblichen Standards.

„Wir freuen uns sehr über diesen Durchbruch“, betont Jens Tangenberg, Sprecher der Initiative. Allerdings habe man in der Tat durchgerechnet, dass eine abgespeckte Variante der Halle für 2,8 Millionen Euro gebaut werden könnte. „Wir würden zum Beispiel auf eine Fußbodenheizung in den Umkleidekabinen und auf Kunst am Bau verzichten“, so Tangenberg. Die Eltern wären mit einer bescheideneren Bauvariante einverstanden, wenn das dem Bau weiterer Hallen dienen würde. „In Pankow fehlen insgesamt sieben Turnhallen“, mahnt Tangenberg. An die müsse man auch denken.

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