Kreuzberger Schulen : Auf dem Scherbenhaufen

Alles ist besser als eine evangelische Schule. So ungefähr lautet die Botschaft, die der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg seit einigen Jahren aussendet.

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Inzwischen ist das Resultat zu besichtigen: Die Eltern der evangelischen Initiative haben großenteils den Bezirk verlassen – als Bewohner, als Steuerzahler, als Ideengeber. Aber nicht nur das: Der Bezirk hat mit der Evangelischen Schulstiftung auch einen potenten Mieter abgewiesen.

Viele Argumente mussten dafür herhalten, um zu kaschieren, dass eine informelle Koalition aus SPD, Linken und linken Grünen Berührungsängste gegenüber dem „Establishment“ hat, das sie in den evangelischen Eltern verkörpert sieht. Mal hieß es, der Platz reiche nicht, mal wurde die Angst vor „Entmischung“ vorgeschoben, während man doch ruhig mit ansah, wie sich etliche staatliche Schulen munter entmischten. So lernten die Eltern, dass es für die Bezirkspolitiker zwei Arten von Entmischung gibt: gute und böse.

Inzwischen ist das Resultat zu besichtigen: Statt einer Grundschule, die bildungsinteressierte Menschen im Bezirk hält, gibt es jetzt einen Drogen-Druckraum und eine Schule für Weltmusik, die erst noch beweisen muss, dass sie wirtschaftlich arbeiten kann. Und es gibt leer stehende Gebäude, für deren Unterhalt der Steuerzahler aufkommen muss und die sich jetzt die Besetzer gegriffen haben. Der Zuschauer schwankt zwischen Schadenfreude und gewaltigem Ärger.

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