Kritik am Test : Vergleichen und vergleichen lassen

Was der Zweck der umstrittenen Tests für Drittklässler ist und wer sich die Aufgaben ausgedacht hat

von und Susanne Vieth-Enthus
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Qualen mit Zahlen. Bevor Vergleichsarbeiten geschrieben werden, heißt es üben, üben, üben. Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die Regelung: Alle Bundesländer wollen wissen, wo ihre Schüler stehen – deshalb haben sich die Kultusminister darauf geeinigt, dass jeder Schüler zwei Mal in seiner Schullaufbahn einen bundeseinheitlichen Test absolviert. Und zwar in Klasse 3 und Klasse 8.

Die Aufgaben: Koordiniert werden die Vergleichsarbeiten erstmals vom Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin. Es konzipiert die Aufgaben nicht selbst. Sie werden von Lehrern verschiedener Bundesländern mit Hilfe von Fachdidaktikern erstellt.

Die Vortests: Im Vorfeld der Tests werden die Aufgabentypen tausenden Schülern vorgelegt. Stellt sich heraus, dass die Aufgaben unlösbar sind oder etwa Migranten benachteiligen, folgt eine Überarbeitung. Fachleute bestreiten deshalb, dass Schulen mit hohem Migrantenanteil automatisch schlechter abschneiden.

Das Ziel: Eltern und Lehrern sollen eine Rückmeldung erhalten. Schulen sollen ihre Schwächen erkennen, aber auch Unterschiede bemerken, die es beispielsweise zwischen Parallelklassen geben kann. Zudem sollen sie die Möglichkeit erhalten, langjährig Entwicklungen zu beobachten.

Die Kritiker: Horst Bartnitzky, Bundeschef des Grundschulverbandes, sagt, dass die Tests bisher kein geeignetes Mittel gewesen seien, Schüler unterschiedlicher Bundesländer und Klassen zu vergleichen. Zum neuen IQB-Test wollte er sich nicht äußern. „Wir bewerten nur, was wir bisher erlebt haben.“ Und dies sei nicht ermutigend gewesen, weil wenig getan wurde, damit sich Schulen mit schlechten Ergebnissen verbessern können. hah/sve

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