Schule : KURZ NOTIERT

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Das Siegel der Freien Universität Berlin geht auf den Entwurf des Kunsthistorikers und ehemaligen Reichskunstwart der Weimarer Republik Edwin Redslob zurück. Redslob hatte 1945 gemeinsam mit den Journalisten und Publizisten Erik Reger und Walther Karsch als eine der ersten meinungsbildenden Zeitungen im Nachkriegsdeutschland den „Tagesspiegel“ gegründet. Drei Jahre später, im Jahre 1948, wurde er als eines der Gründungsmitglieder der Freien Universität Berlin der erste Rektor der jungen Hochschule. Bei der feierlichen Gründungsfeier im Steglitzer Lichtspielhaus „TitaniaPalast“ am 4. Dezember 1948 stellte er das von ihm gemalte Siegel erstmals der Öffentlichkeit vor.

Nach dem Vorbild der Wappen der traditionellen internationalen Universitäten gestaltet, zeigt das Siegel in der Mitte den Berliner Bären, eingerahmt von dem Schriftzug „veritas – iustitia – libertas“ . Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit: Diesen drei wissenschaftlichen Grundwerten, die Redslob den drei Skulpturen des Naumburger Doms entlieh, fühlt sich die Freie Universität Berlin bis heute verpflichtet. Über 50 Jahre nach seiner Einführung ist Redslobs Siegel daher immer noch Hauptbestandteil des Corporate Design der Freien Universität Berlin – allerdings nicht in der traditionell farbigen Version, sondern als einfarbige, etwas verschlankte Linienzeichnung. Kombiniert mit einer Schrift, die in den 1990er Jahren entwickelt wurde, steht Redlobs Siegel im neuen Logo für zwei Grundhaltungen, die die Freie Universität Berlin seit ihrer Gründung prägen: Der Sinn für traditionelle Wissenschaft, verbunden mit ständiger Innovationsbereitschaft und der Suche nach Neuem. Kurz: Tradition und Moderne. MJ

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