Kurz vor ACHT : Abschiede, Feiern und gute Taten

Susanne Vieth-Entus

Kurz vor den großen Ferien jagt an Berlins Schulen ein Fest das andere. Da werden Zehntklässler oder Abiturienten feierlich verabschiedet, aufwendig eingeübte Musicals, Konzerte und Theaterstücke aufgeführt und Jubiläen gefeiert. Unmöglich, all die Ereignisse zu würdigen!

Aber einiges muss dennoch erwähnt werden, weil es den üblichen Rahmen sprengte. Dazu gehörte die große Verabschiedung Klaus Lehnerts. Dem langjährigen Direktor des Britzer Albert-Einstein- Gymnasiums wurde nicht nur eine ganze Abschiedszeitung gewidmet („Der Lehnertspiegel“), sondern auch eine herzerwärmende und prominent besetzte Abschiedsfeier. Wer erleben konnte, mit welcher Begeisterung und welchem Respekt die Schüler der deutsch-italienischen Europaschule ihrem „Gran Capitano“ begegnen, der erahnte, was Lehnert in seinen 18 Jahren als Schulleiter so alles bewerkstelligt hat.

Während die Einstein-Abiturienten dann am Sonnabend überschwänglich ihren Abiturball feierten, ging es einige Kilometer östlich wehmütiger zu: Da lud das Marzahner Mahatma-Gandhi-Gymnasium ein letztes Mal zum Sommerfest, weil die Schule mangels Schüler geschlossen wird. Derweil sie nur 28 Jahre alt wurde, feierte die besonders wegen ihrer starken Berufsorientierung hoch gelobte Spandauer Wolfgang-Borchert-Realschule am Freitag ihr 150-jähriges Bestehen, das auch durch eine Ansprache des Bildungssenators gewürdigt wurde.

Tags zuvor hatten Schüler des Lichtenberger Barnim-Gymnasiums im Rahmen der Aktion „Work for Peace“ über 12 000 Euro erarbeitet, die einem Internat für Straßenkinder in Burkina Faso zugute kommen sollen. Auch die Private Kant-Schule stellt sich in den Dienst der Straßenkinder: Beim großen Wohltätigkeitsabend im Theater am Kurfürstendamm wurde gestern für ein entsprechendes Projekt in Afrika gesammelt.

Fast könnte man über all die Feste vergessen, dass ein Großteil der Schulen noch nicht weiß, ob sie nach den Ferien genug Lehrer haben werden. Aber das kennen sie ja schon aus den Vorjahren – nur dass inzwischen der Senator gewechselt hat. Susanne Vieth-Entus

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