Kurz vor ACHT : Die Sache mit dem Arbeitskreis

„Und wenn ich mal nicht weiter weiß, dann gründ’ ich einen Arbeitskreis“, sagt sich die Koalition immer gern, wenn es mal wieder brennt. Noch gut in Erinnerung ist der Arbeitskreis (oder hieß es „Arbeitsgruppe?“), der/die sich mit dem hohen Krankenstand der Lehrer beschäftigen sollte. Wie berichtet, war dieses Gremium sanft entschlafen, bis es jetzt von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) neu belebt wurde.

Wie lebendig der „Arbeitskreis Islam und Schule“ ist, lässt sich zurzeit nur vermuten. Tatsache ist, dass er im November 2005 mit großem Tamtam eingerichtet wurde. Er sollte „praktikableLösungswege“ für alltägliche Konflikte bieten, wie damals SPD-Fraktionschef Michael Müller schon vorab schwärmte. Er und seine Koalitionspartner von der PDS erwarteten, dass „auch das Frauenbild muslimischer Mädchen und deren Kontrolle durch die Familie“ zu diskutieren sei. Es solle erreicht werden, dass Lehrer islamische Gepflogenheiten kennen, „um den Schülern zur Seite zu stehen und mit den Eltern in den Dialog treten zu können“, hoffte die PDS-Innenpolitikerin Marion Seelig.

Jetzt hat sich der Bündnisgrüne Bildungspolitiker Özcan Mutlu an die ebenso vollmundigen wie vielversprechenden Ankündigungen erinnert und eine kleine Anfrage an Zöllner gerichtet. Darin wollte er wissen, was aus besagtem Arbeitskreis geworden ist. Die Antwort fiel ernüchternd aus: „Nach einer Phase umfänglicher und grundsätzlicher Klärungen von Problemzusammenhängen ... befindet sich zurzeit ein interner Arbeitsentwurf für die zu entwickelnde Handreichung in der Diskussion“, teilte ihm der Staatssekretär mit. Wann die „Handreichung“ fertig wird, erfuhr Mutlu nicht. Die Verwaltung ließ jetzt nachträglich wissen, dass es 2008 soweit sei. sve

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